Der Hurrikan „Gustav“ hat auf seinem Weg durch die Karibik weiter an Stärke gewonnen und steht unmittelbar vor dem Erreichen der höchstmöglichen Stufe fünf. Das erklärte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, David Paulison. Paulison sagte mehrmals, dass sich „Gustav“ gerade zu einem Sturm der verheerenden Kategorie fünf entwickle. Der Sturm erreichte unterdessen mit Windgeschwindigkeiten von über 230 Stundenkilometern Kuba. 240.000 Menschen wurden evakuiert.
Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte, dass „Gustav“ bis zum Sonntagmorgen Stufe fünf erreichen könnte. Das Sturmsystem gewinne sehr rasch an Kraft. Ein Hurrikan der höchsten Kategorie könnte neben Windböen von über 250 Stundenkilometern eine für die Küste verheerende Sturmflut auslösen. Bereits am Montag könne „Gustav“ die US-Küste erreichen, womöglich im Staat Louisiana, warnte Paulison.
Etwa eine Million Anwohner der US-Golfküste machten sich am Samstag auf den Weg ins Landesinnere. Die Autobahnen waren verstopft, Bürger warteten stundenlang, um mit Bussen evakuiert zu werden. Besondere Angst herrschte in der tiefliegenden Stadt New Orleans. Die meisten der gut 300.000 Einwohner brachten sich offenbar in Sicherheit. Zusätzlich zu rund 1.400 Polizisten waren 2.000 Beamte der Nationalgarde in der Stadt, um mögliche Plünderungen zu verhindern.
Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, forderte die Menschen dringend auf, ihre Stadt zu verlassen. Sollte der Tropensturm seine Richtung beibehalten, werde er noch am Sonntag einen offiziellen Evakuierungsbefehl erlassen, sagte Nagin. Jeder, der sich dem Befehl widersetze könne verhaftet werden, warnte Nagin.
In der Stadt, die vor drei Jahren vom verheerenden Tropensturm „Katrina“ verwüstet worden war, liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Lange Autokolonnen verstopften die Ausfahrtstraßen. Rund 20.000 Menschen, die auf Transportmittel angewiesen waren, wurden mit Bussen oder Zügen aus der Stadt gebracht.
„Gustav“ erreichte am Samstag den Westen Kubas. Der Sturm fegte über die im Westen vor der Hauptinsel liegende Isla de Juventud (Insel der Jugend) hinweg. Am frühen Abend (Ortszeit) war das Zentrum des Sturms nur noch rund 135 Kilometer von der Hauptstadt Havanna entfernt. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur AIN wurden mindestens 240.000 Menschen vor dem herannahenden Sturm in Sicherheit gebracht, 190.000 davon in der tiefliegenden Tabakanbau-Provinz Pinar del Rio im Westen des Landes. Sämtliche Inlandsflüge sowie die Zug- und Busverbindungen in die Hauptstadt Havanna wurden als Vorsichtsmaßnahme eingestellt.
Auf seinem Weg durch die Karibik hat „Gustav“ nach Behördenangaben bislang 81 Menschenleben gefordert, die meisten davon in Haiti.
Für die US-Staaten Alabama, Mississippi, Louisiana und Teile von Texas wurde am Samstag eine Hurrikan-Warnung herausgegeben. Das bedeutet, dass innerhalb der nächsten 36 Stunden das Auftreffen eines Hurrikans möglich ist.
AFP/AP





