Die Geschichte um den Tanzlehrer Johnny (Swayze) und seine Liebe zu Frances, genannt „Baby“ (Grey), sexy Tänze und Hits wie „The Time Of My Life“, „Hungry Eyes“ oder „She's Like The Wind“ feierten auf der ganzen Welt Erfolge. Allein in Deutschland sahen neun Millionen Kinobesucher den Film von Regisseur Emile Ardolino. Dabei war es eine Low-Budget- Produktion, der diesen Triumph wohl nur wenige prophezeit hätten.
Swayze, damals im Kino-Trailer noch als Star aus der TV-Serie „Fackeln im Sturm“ angekündigt, gab sich zwar schon vor
dem Start zuversichtlich. „Das Tanzen wird die Zuschauer umhauen! Sie werden begeistert sein“, sagte der Schauspieler, der niemals mehr an den Erfolg anknüpfen konnte. Doch die Story selbst schien einfach zu banal: Die 17-jährige Frances verbringt den Sommer 1963 mit ihrer Familie in einem Ferienclub. Die Tochter aus gutem Hause verliebt sich in den mittellosen Tanzlehrer Johnny, der sich mit Tanzpartnerin Penny um die Animation der Gäste kümmert. Als die geheime Liebe bekannt wird, verliert Johnny seinen Job. Alles scheint vorbei - bis sie doch den letzten Mambo der Saison tanzen.
Drehbuchautorin Eleanor Bergstein siedelte ihre Geschichte in einer Zeit an, in der sich auch das Geschehen auf den Tanzflächen veränderte. Kein klassischer Gesellschaftstanz mehr, aber auch kein lässiger Abstand zwischen den Tanzpartnern. Der Choreograf Kenny Ortega kreierte einen heißen Mix aus lateinamerikanischen Tanzstilen mit Mambo und Salsa. Ortega: „Wenn zwei Menschen tanzen, sich dabei in die Augen sehen und ausdrücken wollen „Ich liebe Dich“, dann ist das die intimste Art der Kommunikation, die intimste außerhalb des Schlafzimmers.“
Es ist erotisch und macht Spaß
Jennifer Grey erklärte damals im „Making-of“: „Es ist erotisch! Aber es ist nicht schmutzig, es ist sehr ursprünglich und aufregend, es macht riesig Spaß!“
Das „schmutzige Tanzen“, so die wörtliche Übersetzung des Filmtitels, sorgte für einen Ansturm auf Tanzschulen. Alle wollten tanzen wie „Baby“ und Johnny. Eine TV-Serie und 17 Jahre später der Kinostreifen „Dirty Dancing 2 Heiße Nächte auf Kuba“ - jeweils mit anderen Darstellern - wollten an den Erfolg des Originals anknüpfen.
Seit mehr als einem Jahr können die Fans die Lovestory live in Hamburg erleben. Das Musical „Dirty Dancing“ wurde seit der Europapremiere zum Publikumserfolg und lockte bereits mehr als eine Million Besucher.
Autorin Bergstein zeichnete auch für die Bühnenversion verantwortlich, so dass sich die meisten Szenen aus dem Film 1:1 wiederfinden - sehr zur Freude der Fan-Gemeinde des Kultfilms. Die entscheidenden Sätze aus der Story, in der „Baby“ sich von ihrem Vater abnabelt, sich zum ersten Mal verliebt und ihre Sexualität entdeckt, können sie ohnehin auswendig.
Etwa wenn sie dem coolen Johnny bei der ersten Begegnung scheu sagt: „Ich habe eine Wassermelone getragen.“ Oder wenn dieser am Ende ihren Eltern verkündet: „Mein Baby gehört zu mir, ist das klar?“ Sie kennen jede Szene, wissen, wann das Paar auf dem Baumstamm tanzt und wann es im Wasser übt. Und sie wissen, dass es ein Happy End gibt - bei dem die spektakuläre Hebefigur dann endlich klappt.
dpa/sa




