Die Erkrankung eines Kranführers (40) hat in der Hafencity eine spektakuläre Rettungsaktion ausgelöst. Gegen 10 Uhr hatte der Arbeiter, der auf der Baustelle am Brooktorkai gegenüber dem Internationalen Maritimen Museum tätig ist, über Herzschmerzen geklagt. Dann wurde er zeitweise bewusstlos. Kollegen, mit denen er über Funk in Verbindung stand, alarmierten sofort die Feuerwehr. Das Problem: Der Erkrankte saß in 53 Metern Höhe in seiner Kanzel. Notarzt und Rettungssanitäter kletterten zu dem Mann hoch und versorgten ihn. Der Versuch, den Kranführer mit Hilfe eines Teleskopmastfahrzeugs zu retten, schlug fehl.
„Der Baukran steht mitten auf der Baustelle. Wir konnten mit dem Ausleger nicht rankommen, weil wir nicht nah genug an den Kran heranfahren konnten“, sagt Feuerwehrsprecher Peter Braun. „Das hatten wir aber schon ins Kalkül gezogen und eine zweite Rettungsvariante vorbereitet.“ So kamen die Höhenretter, speziell für solche Situationen ausgebildete Feuerwehrleute, zum Einsatz. Sie kletterten auf den Kran und befestigten Ausrüstung, um den Erkrankten abzuseilen. „Wir konnten mit dem Mann sprechen. Er wollte lieber zusammen mit einem von uns statt allein im Rettungskorb am Seil abgelassen werden“, sagte einer der Höhenretter. Frei schwebend glitten beide in knapp einer Minute am Seil hinab in die Baugrube. Von dort wurde der Kranführer in einer speziellen Trage vom Teleskopmastfahrzeug auf die Straße gehievt, wo bereits Einsatzkräfte und ein Rettungswagen bereit standen. So war nach knapp eineinhalb Stunden der Einsatz beendet. Der Kranführer kam mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt in einem Rettungswagen ins Krankenhaus St. Georg.
Die Höhenretter der Feuerwehr gibt es seit 2003. Sie sind eine der Sondereinsatzgruppen, die bei Bedarf zusammengerufen werden. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Leitern oder die Ausleger der Teleskopmastfahrzeuge zu kurz sind. Das könnten in Hamburg neben Baukränen die Köhlbrandbrücke, der Fernsehturm, die großen Containerbrücken an der Terminals, Strommasten oder Windkraftanlagen sein.
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