Wenn sein Vertrag mit dem ZDF 2010 endet, wird Thomas Gottschalk „Wetten, dass..?“ 21Jahre lang moderiert haben. Klar, er könnte wohl noch mal verlängern, aber er hatte sie alle schon auf seiner Talk-Couch, bekam für die abnehmende Qualität seiner Wetten immer mehr auf die Ohren. Und das Schlimmste, was einer Legende passieren kann: Die Rufe nach Nachfolgern wie Kerkeling, Pocher, Schmidt oder Raab werden immer lauter.
Bei ZDF-Kollege Johannes B. Kerner verriet Gottschalk nun, was er über seine potenziellen Nachfolger Stefan Raab (zu hämisch) und Oliver Pocher (könnte Gäste durch den Kakao ziehen) denkt. Und für Hape Kerkeling, der sich momentan noch Medien-Abstinenz verordnet hat, fungiert Gottschalk gleichsam als Sprachrohr: „Der Hape hat kein Interesse daran, ,Wetten, dass..?' zu moderieren, weil er einfach sagt, das ist nicht meine Stärke, den Bogen von Paris Hilton zum Besenaufsteller, zu den Ochsenknecht-Kindern zu kriegen. Er sagt, er schließt das für sich aus“, so Gottschalk bei Kerner (zu sehen heute um 22.45 Uhr). Und schiebt – als wolle er sich die Konkurrenz sicherheitshalber vom Hals halten – nach: „Dass das nicht so schwer ist, muss ich ihm ja nicht sagen.“ Kerkeling hätte unbestritten das Zeug für die Erfolgs-Show des ZDF. „Kerkeling ist für mich eine unserer absolut begabtesten Fernsehfiguren. Wenn der als Schlämmer kommt, ist der genial. Aber Schlämmer kann nicht ,Wetten, dass..?' moderieren“, so Gottschalk. Klingt ein bisschen, als möge der Thommy keine Götter neben sich.
Und Oliver Pocher, der im Duett mit Harald Schmidt einen ordentlichen Karrieresprung auf der Fernsehunterhaltungsleiter unternommen hat? Ihn hält Gottschalk als Nachfolger auch eher für ungeeignet. „Bei Pocher wäre die Gefahr, dass er den armen Kerl, der mit den Flügelchen die Dosen zerquetscht, wegen seiner Fehlstellung der Schulterblätter so durch den Kakao zieht, dass er die Dosen nicht mehr zusammenkriegt. Der Kollege Pocher war ja neulich in der Sendung, und da hat er Mariah Carey, die ein enges Kleid anhatte, Presswurst genannt. Ich finde, man sollte Gäste nicht einladen, um sie hinterher Presswurst zu nennen.“ Und Stefan Raab, den schätzt Gottschalk für seine Eloquenz und weil er wisse, was er treibe. „Aber auch da ist das Lachen oft so mit einem gewissen Hehehehe. Häme ist etwas, was legitim ist. Doch ich meine, das gehört nicht zum Samstagabend.“
Ob es einen zulässigen Nachfolger geben könne? „Natürlich gibt es Leute, die ,Wetten, dass..?' moderieren können“, sagt Gottschalk. Und kommt sofort wieder auf sich. „Man muss einfach sehen, hat diese Sendung die Kraft, mich noch zwei, drei Jahre zu tragen? Habe ich die Kraft, die Sendung noch zwei, drei Jahre zu tragen? Oder tragen wir uns gegenseitig, und keiner will recht wissen, wer wen trägt?“ Es freue ihn, wenn er auf dem Kudamm Leute treffe, die ihm sagten, dass er nicht aufhören solle. „Es gibt Menschen, die brauchen die Bühne, das Licht. Das ist bei mir aber nicht so.“





