Tödliche Sex-Spiele in Beelitz

Mord-Verdächtiger beharrt auf Unfall-Version

War es wirklich Mord oder ein Unglück bei bizarren Sex-Spielen? Der verdächtige Hobbyfotograf beteuert, die 20-jährige sei bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch weiter von Mord aus. Möglicherweise hat er sich sogar an der Leiche vergangen.

Im Fall des getöteten Models in Beelitz-Heilstätten beteuert der Verdächtige auch nach seiner Verhaftung wegen Mordes, die 20-Jährige sei beim Sex in einem Motel durch einen Unfall umgekommen. Dagegen gehe die Potsdamer Staatsanwaltschaft weiterhin von Mord aus, sagte Sprecherin Kornelia Stephan.

relatedlinksAm Vortag war Haftbefehl gegen Michael F. erlassen worden. Es habe sich der dringende Verdacht gegen ihn erhärtet, dass der 37-Jährige das Mädchen erwürgt habe, um sich sexuell zu erregen, hieß es. Die Leiche der jungen Frau aus Zossen war Ende Juli in einem Motel gefunden worden.

In der Wohnung des Verdächtigen in Mainz hatten die Ermittler umfangreiches Material sichergestellt, sagte Stephan. Darunter waren auch zahlreiche Fotos. Nun werde zum Beispiel geprüft, ob die Bilder gestellt seien. Stephan bestätigte, dass Rechtsmediziner Hinweise darauf gefunden haben, dass Michael F. die Frau „nach ihrem gewaltsamen Tod sexuell missbraucht, sich an ihrer Leiche vergangen haben soll“.

Hobbyfotograf F., gebürtig aus Tuttlingen am Bodensee sowie promovierter Saurier-Forscher, und die junge Frau aus Zossen (Teltow-Fläming) hatten sich im Internet kennengelernt. Bei einem Fotoshooting mit etwa 30 anderen Fotografen und Models in der ehemaligen Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten hatten sie sich erstmals persönlich getroffen.

Der entscheidende Hinweis auf den mutmaßlichen Mörder des Fotomodells stammte offenbar von einem E-Mail-Partner des Verhafteten. Nach Informationen von Morgenpost Online wandte sich der Mann an die Polizei in Frankfurt/M. Michael F. (37) soll ihm kurz nach dem Verbrechen sinngemäß gemailt haben, dass die 20-Jährige in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) aus großer Höhe abgestürzt und gestorben sei und er Schuld daran sei. Es sei alles seine Idee gewesen, er mache sich jetzt große Vorwürfe und habe vor, sich umzubringen. Die hessische Polizei alarmierte daraufhin die Kollegen in Brandenburg.

Nach eigenen Angaben hatte der Mann nach dem Geschehen im Motel-Zimmer versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Polizei habe aber rechtzeitig sein Mobiltelefon geortet und den Mann entdeckt. Er war nach der Vernehmung zunächst auf freien Fuß gesetzt worden und soll sich freiwillig in Brandenburg/Havel in psychiatrische Behandlung begeben haben. Dort wurde er am Montag verhaftet.

Seine Homepage, auf der er seine Vorlieben wie zum Beispiel Friedhöfe und verfallene Gebäude darlegte und Modelle für Akt- und Fetisch-Aufnahmen suchte, wurde inzwischen vom Netz genommen.