Geldscheine

In Spanien hat jeder Kokain im Portemonnaie

Dass zusammengerollte Geldscheine oft dafür verwendet werden, um Drogen einzunehmen, ist nichts Neues. Wohl aber, dass die spanischen Konsumenten das anscheinend am häufigsten tun: In keinem Land Europas weisen die Geldscheine so große Rückstände von Kokain auf wie in Spanien.

Die durchschnittliche Konzentration liege bei 155 Mikrogramm und sei somit fünfmal höher als etwa in Deutschland, heißt es in einer am Donnerstag vorgestellten Untersuchung der Universität Valencia.

Demnach sind auf fast allen spanischen Banknoten Kokain-Spuren zu finden. Dies liege jedoch daran, dass diese Rückstände sich von einem Geldschein auf den anderen übertragen, erklärte der Chemiker Miguel de la Guardia.Ursache der starken Kokain-Konzentration sei der hohe Drogenkonsum in dem Land. Nach UN-Angaben ist Spanien das wichtigste Transitland für Kokain aus Lateinamerika in Europa. Im Jahr 2006 wurden in Spanien 50 Tonnen dieses Rauschgifts sichergestellt, was 40 Prozent der Kokainfunde in ganz Europa entsprach.

„Ich finde es zutiefst beschämend, dass wir nun alle Kokain in unseren Brieftaschen haben“, sagte De la Guardia. Die Scheine werden von den Konsumenten gerollt, um das weiße Pulver durch die Nase zu schniefen.

( dpa/svz )