Qantas-Notlandung

US-Behörde warnte vor undichten Sauerstofftanks

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Foto: LL/TA / AFP

Der Verdacht, dass eine Sauerstoffflasche explodiert und das Loch in der notgelandeten Qantas-Maschine verursacht hat, erhärtet sich: Experten haben bei der Untersuchung in Manila Fragmente des Tanks gefunden. Die Schwachstelle bei der Boeing 747-400 ist zudem bekannt – die US-Luftbehörde hatte davor gewarnt.

Die Teile, die sehr wahrscheinlich vom fehlenden Sauerstofftank stammen, seien in der Kabine des Flugzeuges gefunden worden, berichten die Experten in Manila. Die Flaschen geraten immer mehr ins Visier der Untersuchungen zur Unglücksursache für das zwei mal vier Meter große Leck im Rumf der Manschine.


Wegen des Lochs musste die mit 246 Passagieren und 19 Besatzungsmitglieder besetzte Boeing in Manila notlanden. "Offensichtlich hat es sehr wahrscheinlich etwas mit der Maschine zu tun, und es ist auch sehr wahrschlich, dass wir da nichts hätten machen können", sagte Qantas-Chef Geoff Dixon. Die Ursache sei vermutlich ein mechanisches Problem gewesen, das jenseits des Verantwortungsbereichs der Fluggesellschaft liege. Das Alter von 17 Jahre spiele dabei wohl weniger eine Rolle.

Neville Blyth von der australischen Verkehrssicherheitsbehörde bestätigte zudem, dass auch ein gefundenes Ventil und weitere Fragmente darauf getestet werden, ob sie tatsächlich zu dem vermutlich explodierten Tank, der für die Sauerstoffversorgung der Passagiere nötig ist, gehören.


Der Verdacht fokussiert sich auch deshalb auf die Tanks, weil die US-Luftfahrtbehörde (FAA) die Fluggesellschaften bereits mehrere Monate vor der Notlandung des Flugzeugs auf den Philippinen zu einer Überprüfung der Sauerstofftanks aufgefordert hatte.


Mit dieser Warnung reagierte die FAA im April auf Berichte, wonach die Halterungen der Sauerstofftanks bei Modellen der Boeing 747-400 womöglich unsauber verarbeitet wurden. Die FAA warnte in ihrer Anweisung, dass bei einem Versagen der Halterung Sauerstoff austreten und sich möglicherweise entzünden könnte.


Zudem könne dadurch der an Bord verfügbare Sauerstoff knapp werden, hieß es. Die Direktive wurde im April auch von der australischen Luftfahrtbehörde übernommen. Qantas-Chef Geoff Dixon wies einen möglichen Zusammenhangs mit dem Zwischenfall vom Freitag jedoch zurück.


Beim Flug der Qantas-Maschine am Freitag von London nach Melbourne hatte sich nach einem Knall in Reiseflughöhe plötzlich ein großes Loch in der Außenwand aufgetan. Die Boeing mit 350 Passagieren an Bord musste auf den Philippinen notlanden. Passagiere des betroffenen Flugs hatten berichtet, dass die Sauerstoffmasken während des Zwischenfalls nicht richtig funktionierten.


Spezialisten der australischen Behörde für Verkehrssicherheit inspizierten die Boeing in Manila und nannten die Explosion einer Sauerstoffflasche als einen der möglichen Gründe für den Zwischenfall. Die Luftfahrtbehörde ordnete eine umgehende Überprüfung sämtlicher Sauerstoffflaschen an Bord der 30 Qantas-Jumbojets an.

( ap/dpa/kami )