Sie habe sowohl ihre Familie als auch einen erfahrenen Polizeibeamten „hereingelegt", sagte derStaatsanwalt bei dem Prozessauftakt am Montag im nordenglischen Bezirk Teesside. Er betonte, das Paar hätte aus finanziellen Gründen Darwins Tod vorgetäuscht, um dann Geld von Versicherungen zu erschleichen. Anne Darwin soll sich durch den Betrug rund 250.000 Pfund (damals umgerechnet 327.000 Euro) erschlichen haben.


John Darwin war im März 2002 unweit seiner Heimatstadt Hartlepool scheinbar während einer Kanufahrt auf der Nordsee ertrunken. Fünf Jahre später, am 1. Dezember 2007, tauchte er überraschend bei einer englischen Polizeistation auf und gab an, sich an nichts erinnern zu können. Anne Darwin ist als Komplizin angeklagt, bestreitet aber alle Vorwürfe. Ihr Mann hatte den Versicherungsbetrug gestanden.


Nach Überzeugung der Ermittler hat die Frau ihren Mann jahrelang im Haus der Familie in Hartlepool versteckt. Zudem soll sie am Verkauf des Hauses und der Flucht nach Panama aktiv beteiligt gewesen sein.


„Während der ganzen Zeit, in der der Vertrauensmann der Polizei mit ihr zu tun hatte, hat sie die Fassade aufrechterhalten, dass sie wirklich um denTod ihres Mannes trauerte", sagte der Staatsanwalt.

ap/dpa/kami