Film

Lizenz zum Piepen: „Johnny English – Man lebt nur dreimal“

Den Mr. Bean mag er nicht mehr spielen. Dafür schlüpft Rowan Atkinson nun schon zum dritten Mal in die Rolle des Agenten Johnny English.

Foto: 2018 Universal Studios and Studiocanal SAS

Er ist wieder da. Johnny English (Rowan Atkinson), Spion Ihrer Majestät, wird reaktiviert. Eigentlich unterrichtet der Möchtegern-James-Bond, der kein Fettnäpfchen auslässt, nur noch Pfadfinder in einer Privatschule. Aber wenn das Vaterland in Gefahr ist, kommt er natürlich. Ein ­Cyber-Hacker hat in „Johnny English – Man lebt nur dreimal“ das Netz des britischen Geheimdienstes geknackt und dafür gesorgt, dass alle aktiven Agenten auffliegen. Nur einem kamen sie nicht auf die Spur, weil er schon im Ruhestand und ständig offline ist: Johnny English.

Die Premierministerin (Emma Thompson wirkt in der Rolle glaubwürdiger als Theresa May) ist verzweifelt, als sie merkt, wer nun das Land retten soll. English bekommt seinen alten Partner Bough (Ben Miller) zurück und einen schönen alten Aston Martin. Sie begegnen der verführerischen Ophelia (Olga Kurylenko, die in „Ein Quantum Trost“ schon mal ein „echtes“ Bond-Girl spielen durfte) und drohen ihr zu verfallen. Die Premierministerin droht derweil dem windigen tschechischen Milliardär Jason Volta (Jake Lacy) auf den Leim zu gehen, der ihr verspricht, alle kommunikationstechnischen Probleme im Handumdrehen zu lösen.

Die Handlung dieses Films ist schlicht und übersichtlich. Atkinson setzt oft seinen Trumpf, den körperbetonten Humor. Doch wie lustig ist es wirklich, wenn jemand tanzt, als hätte man seine Körperteile falsch zusammengebaut? Insgesamt wirkt Atkinson eher unterfordert. Den Dialogen fehlt der zündende Funke, sie sind manchmal geradezu infantil. Nicht einmal das komödiengestählte Produzenten-Duo Tim Bevan und Eric Fellner konnte hier den mangelnden Tiefgang verhindern. Ohnehin ist die Frage, ob ein Genre wie der Agenten-Thriller, der sich schon ganz gern selbst auf die Schippe nimmt (selbst Tom Cruise kriegt das mittlerweile hin), noch mal parodiert werden sollte.

Die Reise führt English und Bough an die Côte d’Azur, wo sie als Kellner verkleidet arbeiten und sich mit den Schurken heftige Autoverfolgungsfahrten liefern. Sie entern zusammen eine Luxusyacht und dringen in Voltas Haus ein, wo English sich mit Hilfe eines Virtual Reality Sets zurechtfinden muss – was natürlich im Chaos endet.

Schon 2003 und 2011 verkörperte Atkinson diesen merkwürdigen Agenten, der ursprünglich auf einen Werbespot zurückgeht, in dem der Brite seinen schusseligen Landsmann spielte. In Zeiten, da sich Europa über die britischen Politiker mit ihren verunglückten Brexit-Bemühungen wundert, so einen Agenten loszuschicken, der seine Heimat im Namen trägt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Man kann nur hoffen, dass dem britischen Geheimdienst nicht noch mal so eine Panne unterläuft. Sonst heißt es am Ende womöglich: „Johnny English – Man lebt nur viermal“. Und das kann nun wirklich niemand wollen.