Die Verbindung von Politik und Sport war nicht nur auf den gerade zu Ende gegangenen Olympischen Winterspielen besonders augenfällig. Nun wird sie auch im neuen Filmabenteuer von Waldemar Bonsels Kinderbuchfigur Biene Maja thematisiert. Als ein Gesandter der Bienenkaiserin in Majas Bienenstock an der Klatschmohnwiese erscheint, hoffen alle auf eine Einladung zu den bevorstehenden Honigspielen. Stattdessen setzt es eine saftige Steuererhöhung.

Die Hälfte der Honigernte soll an Summtropolis, den Austragungsort der Honigspiele, abgetreten werden! Für Majas Volk kommt das einer Verurteilung zur Hungersnot gleich. Ihre Königin ist zwar eine Schwester der Kaiserin. Doch beide sind lange zerstritten, so mutet die Herrscherin der Klatschmohnwiese ihrem Volk weitere Sparmaßnahmen zu, statt sich gegen dem Druck von oben zu wehren.

Auf Leben und Tod

Dem Gerechtigkeitssinn von Maja passt das jedoch gar nicht. Mit ihrem Freund Willi macht sie sich heimlich auf, um gegen die Ausbeutung ihres Volkes bei der Kaiserin zu protestieren. Erbost macht diese ein Angebot, das Maja nicht abschlagen kann. Sie darf mit einem Team an den Honigspielen teilnehmen. Sollte sie aber nicht gewinnen, wird die Kaiserin die gesamte Ernte der Klatschmohnwiese für sich beanspruchen. Und so geht es bei Disziplinen wie Völkerball und Tautropfenausweichen für Maja und ihre Gefährten tatsächlich um Leben oder Tod.

In der Stimmung des Filmes schlägt sich diese existentielle Dimension allerdings nicht wirklich nieder. Auch mögliche Assoziationen mit realpolitischen Entsprechungen stehen den erwachseneren Zuschauern zwar offen, drohen aber nie den Film zu überfrachten. Auch wenn die pädagogisch wertvollen Plädoyers für Fairness und Teamgeist ansonsten etwas überbetont werden und die 3D-Animation ästhetisch nicht gerade überwältigt: „Die Biene Maja 2 – Die Honigspiele“ funktioniert als unterhaltsames Abenteuer, vor allem fürs jüngere Publikum.