Trikots, Mützen, Fotos – es gab kaum etwas, auf dem Robin Gosens, neuer Linksverteidiger von Union Berlin, seinen Namen nicht verewigte nach dem öffentlichen Training des Berliner Fußball-Bundesligisten am Mittwochvormittag. „Eine Woche ist vergangen, es fühlt sich wie ein Jahr an. Das ist ein positives Zeichen“, sagt der 29-Jährige, der erst Dienstag vergangener Woche von Inter Mailand zu Union gewechselt ist. In einer Medienrunde in der Alten Försterei spricht der Nationalspieler über ...

… seine ersten Tage bei Union Berlin

„Ich wurde direkt angesteckt von den Emotionen hier. Das erste Training war sofort gigantisch, das Spiel am Sonntag (4:1 gegen Mainz, d. Red.) war Wahnsinn. Aber auch alles, was drumherum passiert, ist schon einzigartig. Das sage ich nicht, weil ich hier Spieler bin. Ich hatte das große Glück, im Ausland schon einige Atmosphären mitzuerleben. Diese Emotionen, die auf den Platz übertragen werden, das wird hier gelebt im ganzen Verein.“

… sein Debüt in der Bundesliga

„Ich bin im Normalfall nicht nervös vor einem Spiel. Das war vor dem Mainz-Spiel etwas anders. Ich war schon ein bisschen aufgewirbelt und freudig nervös. Das ist jetzt nicht nur so ein Träumchen, sondern einer der ganz, ganz großen Träume meiner Kindheit, eines meiner großen Lebensziele. Da bin ich Union unfassbar dankbar, mich hier auf diesem Niveau in meinem Heimatland präsentieren zu können.“

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

… die Unterschiede zur italienischen Serie A

„Die Intensität ist in der Bundesliga höher, das Spiel ist ein Stück „wilder“, nicht so taktisch geprägt. In Italien geht es lange von links nach rechts, die Ketten verschieben sich, bis dann mal eine Lücke entsteht, in die man hineinstoßen kann. Hier wird öfter mal mit dem langen Ball über die Ketten gespielt, das meine ich nicht negativ. Hohes technisches Niveau, hohe Physis – da braucht sich die Bundesliga nicht hinter der Serie A zu verstecken.“

… den Vergleich zwischen der Alten Försterei und San Siro in Mailand

„San Siro ist eines der Top drei, Top fünf Stadien der Welt. 80.000 Fans, ein historischer Bunker im Prinzip, der immer ausverkauft ist. Der Unterschied, den man hier mitbekommt, ist diese Positivität. Auch wenn mal ein Ball daneben geht oder ein Fehlpass gespielt wird, dann bleiben die Fans durchgehend positiv. Das ist schon in ganz Europa sehr außergewöhnlich.“

… die Nationalmannschaft und die EM in Deutschland

„Das wäre noch mal das i-Tüpfelchen, erster deutscher Nationalspieler von Union Berlin zu sein. Für mein Land Fußball zu spielen, war für mich immer das große Ziel, jeder Junge träumt davon, mal sein Land zu vertreten. Ich durfte das jetzt 16 Mal, war einige Male dabei, bei der WM nicht. Natürlich habe ich dieses große Ziel EM nächstes Jahr im eigenen Land vor Augen. Das hat in den Wechsel sicherlich auch mit reingespielt, dass ich meine Chancen erhöhen kann. Das kann ich aber nur über gute Leistungen.“

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

… die Champions League für Union Berlin

„Ich hatte das große Glück, fünf Jahre in Folge Champions League zu spielen. In diesem Wettbewerb wächst man als Spieler und entwickelt sich sportlich wie persönlich am meisten, weil man sich mit den besten Spielern der Welt misst. Das wird für Union eine unfassbare Erfahrung. Ich freue mich auch schon wieder wie ein Baby darauf, dort aufzudribbeln. Was ich mitnehmen kann, ist ein Stück weit Erfahrung, dass man auch dort nur Elf gegen Elf spielt. Union ist in der vergangenen Saison Vierter geworden und hat sich damit die Champions League verdient. Wir müssen uns auch nicht kleiner reden, als wir sind. Der Name ist vielleicht in Europa nicht so bekannt, aber Fußballspielen und richtig gut kicken können wir auch. Das versuche ich, in die Köpfe der Jungs zu transportieren. Wenn man nur große Augen macht in den Stadien, kommt man nicht weiter. Man muss den Glauben in seine eigenen Qualitäten haben.“

… seine Entscheidung für Union Berlin

„Meine Frau erwartet unser zweites Kind im November, deshalb haben wir intensive Gespräche geführt, ob wir den Schritt machen wollen. Natürlich ist es die Rückkehr ins Heimatland, trotzdem muss man von vorn anfangen. Ich muss aber auch Oliver Ruhnert mal auf die Schultern klopfen. Der hat wirklich nicht locker gelassen, immer wieder angerufen und gesagt: Robin, du kommst, du kommst, du kommst, du bist unsere A-Lösung. Irgendwann habe ich dann zu Rabea gesagt: Ich glaube, wir müssen es jetzt machen, es ist der richtige Zeitpunkt, um den Traum Bundesliga zu realisieren. Und ich kann Champions League spielen, und wir können in der Hauptstadt leben.“

… Trainer Urs Fischer

„Er arbeitet sehr akribisch und hat eine sehr klare, eindeutige Spielidee, die auch in Zukunft Früchte tragen wird. Er gibt klare Strukturen und Linien vor, das ist für die Mannschaft mit vielen jungen Spielern enorm wichtig. Das Training ist unglaublich intensiv und unsere Spielweise sehr schwer zu knacken.“

… seinen Status als Rekordtransfer von Union Berlin

„Man spürt eine große Verantwortung, denn man weiß, woher Union kommt. 15 Millionen Euro Ablöse waren sicher kein Zuckerschlecken. Das ist alles nur möglich gewesen, weil die Jungs in den letzten Jahren eine so unfassbar gute Arbeit gemacht haben. Irgendwie muss ich den Jungs auch danken, dass dieser Transfer überhaupt stattgefunden hat. Vorangehen ist da ein Stichwort, auch mal den Kopf hinhalten, wenn es mal eine schlechte Phase gibt, und die hat jede Mannschaft mal. Ich glaube, dass ich in Italien mir einen großen Rucksack an Erfahrung angeeignet habe. Ich muss das mit Leistung und Leadership zurückzahlen. Das werde ich jeden Tag versuchen und machen, das kann ich versprechen.“