Wenige Stunden vor dem Spiel in der Europa Conference League bei Maccabi Haifa hat Union Berlin ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Eine Delegation des Berliner Fußball-Bundesligisten, angeführt von Klubchef Dirk Zingler, besuchte am Donnerstag die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Begleitet wurde die Delegation von einer Vertreterin der israelischen Botschaft in Berlin. Im Anschluss an den geführten Rundgang durch die Gedenkstätte wurde ein Kranz niedergelegt. „Es war uns ein tiefes Bedürfnis, unsere offizielle Reise nach Israel für den Besuch dieses besonderen Ortes zu nutzen und ich bin sehr dankbar, dass wir hier sein konnten“, sagte Zingler nach dem Besuch in Yad Vashem.

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Union Berlin setzt auf Toleranz

Zugleich rief der Präsident von Union Berlin zu mehr Toleranz und Miteinander auf. „Antisemitismus ist leider in unserer Gesellschaft immer noch gegenwärtig und wir alle sind gefordert, ihn konsequent zu bekämpfen. Ich bin davon überzeugt, dass der Fußball mit seiner kulturellen Vielfalt als Vorbild dienen kann, um für Toleranz zu werben und jeder Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung entgegenzutreten“, erklärte Zingler.

In Yad Vashem gedenken Dirk Zingler (l.), der Präsident von Union Berlin, sowie Geschäftsführer Oskar Kosche den Opfern des Holocaust.
In Yad Vashem gedenken Dirk Zingler (l.), der Präsident von Union Berlin, sowie Geschäftsführer Oskar Kosche den Opfern des Holocaust.© dpa | Matthias Koch

Im Hinspiel gegen Haifa Ende September im Olympiastadion war es zu einem antisemitischen Vorfall gekommen. Einige wenige unbelehrbare Anhänger von Union Berlin hatten sich rassistisch und homophob gegen Mitglieder des Jungen Forums der deutsch-israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam geäußert. Es war auch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Der Versuch, eine israelische Papierfahne anzuzünden, konnte unterbunden werden.

„Heute hier mit den Grausamkeiten Nazideutschlands gegenüber den Juden Europas so unmittelbar konfrontiert zu werden, macht uns fassungslos und traurig. Wir nehmen Eindrücke mit, die uns noch lange beschäftigen werden und die niemand von uns vergessen wird. Unsere Generation ist für diese Taten nicht verantwortlich. Aber wir müssen aus der Geschichte lernen und tragen heute und in Zukunft die Verantwortung dafür, dass sie sich nicht wiederholt“, appellierte Zingler.

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BM