Union Berlin hat die antisemitischen Vorfälle einiger Unbelehrbarer während des Conference-League-Spiels gegen Maccabi Haifa (3:0) verurteilt, sich dafür entschuldigt und per Twitter aufgefordert, Block und Plätze der Schuldigen im Olympiastadion zu nennen. Die Plätze sind aufgrund der Corona-Maßnahmen personalisiert.

„Dieses Verhalten ist beschämend und nicht tolerierbar. Wir bitten die Betroffenen um Entschuldigung. Antisemitismus ist leider in unserer Gesellschaft nach wie vor vorhanden, deshalb zeigt er sich auch im Stadion. Diskriminierung werden wir in unseren Reihen jedoch nie dulden. Es gilt wachsam zu bleiben und unermüdlich dagegen anzugehen. Wir unterstützen die Ermittlungen der Polizei mit allen uns zur Verfügung stehenden Informationsquellen“, erklärt Union-Präsident Dirk Zingler in einer Pressemitteilung.

Fans von Union Berlin solidarisieren sich gegen Unbelehrbare

Während des Spiels und auch danach war es zu rassistischen („Scheiß Juden“) und homophoben Anfeindungen und auch Handgreiflichkeiten gegen Mitglieder des Jungen Forums der deutsch-israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam gekommen. Der Versuch, eine israelische Papierfahne anzuzünden, wurde durch Zivilpolizei unterbunden.

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Es habe auch Fans gegeben, „die sich gegen dieses Verhalten ausgesprochen haben“, hieß es in einem Tweet des Jungen Forums, dennoch sei die Gruppe „sicherheitshalber in den Maccabi-Block gewechselt“. Für „die Welle der Solidarität online“ und bei den „Union-Fans, die sich im Stadion mit uns solidarisiert haben“, bedankte sich das Forum: „Der Großteil der Unioner hat Maccabi freundschaftlich empfangen und mit ihnen den Fußball gefeiert.“ Man erwarte dennoch, „dass gegen Antisemitismus im Stadion konsequent vorgegangen wird“.

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt gegen mehrere noch unbekannte Personen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Einem Mann wurde vorläufig die Freiheit entzogen, nachdem er nach dem Spiel mehrfach „Sieg Heil“ gerufen hatte. Er muss sich nun wegen „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten“, teilte die Polizei mit.

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