1. FC Union

Union kassiert die dritte Auswärtsniederlage in Folge

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Marcel Stein
Der agile Mainzer Karim Onisiwo (r.) machte dem Unioner Niko Gießelmann und seinen Kollegen das Leben schwer..

Der agile Mainzer Karim Onisiwo (r.) machte dem Unioner Niko Gießelmann und seinen Kollegen das Leben schwer..

Foto: Thomas Frey / dpa

Union verliert beim Vorletzten in Mainz mit 0:1. Pechvogel Schlotterbeck verursacht Elfmeter und muss vom später Platz.

Mainz/Berlin. Die Fußspitze berührte den Ball nur leicht, zu wenig, um die Richtung noch nachhaltig zu beeinflussen. Robin Zentner musste nur stehenbleiben und ihn auffangen, Joel Pohjanpalo drehte mit enttäuschtem Blick ab. In der Nachspielzeit hatte der Finne noch eine letzte Chance, um dem 1. FC Union wenigstens einen Punkt zu sichern beim 1. FSV Mainz 05. Doch wie im ganzen Spiel zuvor waren die Berliner zwar nah dran, aber eben nicht zwingend genug.

Das führte zur dritten Auswärtsniederlage in Serie in der Fußball-Bundesliga, mit 0:1 (0:1) unterlagen die Köpenicker. In der Tabelle rutschten sie nach dem vierten sieglosen Spiel hintereinander von Rang acht auf Platz neun ab, während der Vorletzte im Abstiegskampf ein Lebenszeichen sendete. „Es war mehr drin als die Niederlage, wir haben zu wenig draus gemacht“, sagte Torhüter Andreas Luthe, der einen Elfmeter von Moussa Niakhaté passieren lassen musste (22.).

Niakhaté nutzt den Strafstoß zum Siegtreffer gegen Union

Mit speziell für die bevorstehende Fastnacht angefertigten Trikots liefen die Mainzer auf, sie trugen nun viele bunte Streifen auf der Brust. Vielleicht war es der wilde Farbenmix, der die Rheinhessen aggressiv machte. Jedenfalls stellten sie von Beginn an klar, dass diese Partie über den Kampf entschieden werden würde. Das hemmte mitunter den Spielfluss erheblich, denn zahlreiche Fouls gehörten dazu. Doch das schien genau das Mittel zu sein, von dem sich Union beeindrucken ließ.

Die Köpenicker taten sich mit der Entschlossenheit der Gastgeber schwer. Zwar war Kapitän Christopher Trimmel nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei, doch der Österreicher konnte sein Team nicht auf den von Trainer Urs Fischer vorgegebenen Kurs bringen. „Wenn du fast eine Halbzeit brauchst, um ins Spiel zu kommen, wird es halt schwierig“, so der Coach. Union wartete ab, wollte überlegt zuschlagen, fand aber kaum in die Zweikämpfe gegen den Vorletzten, der mit einer Startelf antrat, die in dieser Saison bislang nur vier Tore erzielt hatte.

Chancen ergaben sich zunächst kaum. Union trat in der ersten Hälfte offensiv so gut wie gar nicht in Erscheinung, weil fast alle Bälle schon im Mittelfeld abgefangen wurden und spielerische Idee fehlten. Mainz dagegen schaffte es immerhin ein paar Mal in den Berliner Strafraum. Einmal trat Nico Schlotterbeck dabei Karim Onisiwo auf den Fuß, Strafstoß. Moussa Niakhaté jagte den Ball beim Elfmeter an den rechten Innenpfosten, von wo er ins Netz sprang (22.). Es war der erste Elfer der Saison für die Mainzer, und insgesamt der 30. in Folge, den sie verwandelten. Bundesliga-Rekord. „Die Ecke habe ich geahnt, wenn er ihn ein bisschen schlechter schieß, hätte ich ihn gehabt“, so Luthe,

Union wird erst in der zweiten Hälfte gefährlicher

Die rustikalen Elemente dominierten auch den zweiten Durchgang, allerdings zeigten sich beide Mannschaften dabei zielstrebiger. Cedric Teuchert kam so zur ersten wirklich gefährlichen Situation für Union (51.). Nach dem guten Start mussten die Berliner allerdings den Platzverweis von Schlotterbeck verkraften, der erneut den sehr agilen Onisiwo gefoult hatte und Gelb-Rot sah (55.). Den vermeintlichen Nachteil kompensierte Union mit mehr Einsatz und Mut. „Die Mannschaft hat alles versucht, aber Mainz war sehr kompakt und hat keine Räume zugelassen“, so Fischer. Unions Engagement machte das Spiel attraktiver, Marcus Ingvartsen gelang dabei ein schöner Schuss von der Strafraumgrenze, den FSV-Torhüter Robin Zentner mit Mühe parierte (69.).

Wenig später tauschte Fischer die Stürmer aus. Joel Pohjanpalo (für Taiwo Awoniyi) und Zugang Petar Musa (für Teuchert/je 73.) durften es versuchen – ohne Erfolg. Damit nähert sich der Vorletzte nun dem anderen Berliner Klub, nur noch vier Zähler liegt der FSV hinter Hertha BSC auf Rang 15. Die Dramatik im Tabellenkeller steigt nach dieser Partie.

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