Union Berlin

Union stürmt immer mehr in den roten Bereich

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Michael Färber
Taiwo Awoniyi (r.), Stürmer von Union Berlin, hat in den vergangenen Wochen viel Kraft gelassen.

Taiwo Awoniyi (r.), Stürmer von Union Berlin, hat in den vergangenen Wochen viel Kraft gelassen.

Foto: Sebastian Widmann / Getty Images

Bei Union stößt Angreifer Awoniyi langsam an seine Grenzen. Doch Entlastung steht in der Offensive unmittelbar bevor.

Berlin. Die Schritte werden immer schwerer. Das mag mit der kraftvollen Spielweise zusammenhängen, die Taiwo Awoniyi auf den Platz bringt. Der Stürmer in Diensten des 1. FC Union zählt zu den körperbetonten Profis, dieses Merkmal in der Bundesliga einzusetzen, kostet nun mal Energie, wie zuletzt beim 1:2 in Augsburg zu sehen gewesen ist. Die Lockerheit scheint dem Nigerianer ein wenig abhanden gekommen zu sein. Unions Angriff stürmt immer mehr in den roten Bereich.

"Ich glaube schon, dass er das auch ein bisschen spürt", ist natürlich auch Urs Fischer nicht entgangen, dass Awoniyi trotz allen Einsatzes für die Mannschaft die ganz große Spritzigkeit verloren gegangen ist. 16 der 18 Saisonspiele stand Awoniyi auf dem Platz. Vor allem in der zweiten Hälfte der Hinrunde stürmte der 23-Jährige stets von Beginn an. Der Lohn sind immerhin fünf Tore und drei Torvorlagen, das macht ihn zum zweitbesten Scorer der Köpenicker hinter Max Kruse (sechs Tore, fünf Assists).

Union Berlin ist vorn immer noch dünn besetzt

Doch für Awoniyi ist die derzeitige Situation auch keine, die er permanent erlebt hat. Nur einmal stand er bei seinen inzwischen schon acht Profistationen derart in der Verantwortung. In der Spielzeit 2017/18 stand Awoniyi in der ersten belgischen Liga 27 Mal für Royal Excel Mouscron auf dem Feld (sieben Tore, fünf Vorlagen), auch hier meist von Beginn an. Ansonsten blieb ihm nur die Rolle des Teilzeitarbeiters.

Das Problem ist: Union hatte in den vergangenen Wochen angesichts der Verletztenmisere gerade im Angriff keine andere Wahl. Und dem in der Winterpause von Bayern München ausgeliehene Leon Dajaku fehlt noch die Bindung zur Mannschaft. "Gerade im Moment, wenn es um die Spitze geht, sind wir immer noch dünn besetzt", bestätigt Fischer.

Doch es gibt das berühmte Licht am Ende des Tunnels. "Ich hoffe, dass Pohjanpalo zurückkommt", sagt Fischer. Joel Pohjanpalo, finnischer Mittelstürmer und vom Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen bis Saisonende ausgeliehen, startete als Ersatz für den zum 1. FC Köln abgewanderten Sebastian Andersson durchaus verheißungsvoll. Sechs Spiele, zwei Tore - dann setzte ihn ein Knöchelbruch Mitte November außer Gefecht.

Union Berlin hofft auf Rückkehr von Pohjanpalo

Nach der Augsburg-Niederlage konnte der 26-Jährige jedoch bereits wieder "das komplette Spielersatztraining bestreiten, ist also schon sehr weit", erzählt Fischer, "er war auch in den Zweikämpfen, hat dabei zwar den einen oder anderen Schlag bekommen, aber es schaut gut aus. Was natürlich fehlt, ist Spielrhythmus." Kruse wird jedoch nach seinem Muskelbündelriss noch länger fehlen, auch wenn er "schon draußen mit dem Ball trainiert" hat, so Fischer. Und Anthony Ujah (Knieprobleme) "ist immer noch mehrheitlich individuell unterwegs", sagt der Union-Coach.

Gut möglich also, dass Pohjanpalo schon im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) sein Comeback gibt. Das würde Awoniyi entlasten und Trainer Fischer zudem wieder mehr Optionen geben auf dem Weg zum Klassenerhalt.

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