Union Berlin

Unions Erfolgsgeheimnis ist der schnelle Start

Union trifft in der ersten Viertelstunde so oft wie kein anderes Bundesliga-Team. Nur ein Grund für den Auftakt nach Maß ins neue Jahr.

Sheraldo Becker (l.) trifft zur Führung von Union Berlin. Bremens Marco Friedl kommt zu spät.

Sheraldo Becker (l.) trifft zur Führung von Union Berlin. Bremens Marco Friedl kommt zu spät.

Foto: nordphoto / Kokenge / picture alliance / nordphoto

Berlin. Dass Urs Fischer den Witterungsbedingungen am Sonntagvormittag durchaus etwas Positives abgewinnen konnte, ist durch seine Schweizer Wurzeln fast schon logisch. „Es ist weiß, es ist Januar, es ist Winterzeit – das ist schon etwas Schönes“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Da störte es auch nicht, dass die Trainingseinheit am Tag nach dem 2:0 in Bremen unter erschwerten Bedingungen stattfand, „weil der Schneefall doch heftig war, da kam dann auch die Rasenheizung nicht mehr so zur Geltung. Die Jungs haben mit Spaß trainiert“, so Fischer.

Spaß hätte es sicher auch ohne Schnee gegeben. Sechster Saisonsieg, 24 Punkte, Rang fünf nach dem 14. Spieltag – Union Berlin setzt sich auf den Europacup-Plätzen in der Fußball-Bundesliga fest. Der Sieg in Bremen hat die Köpenicker wieder einen Schritt näher an das internationale Geschäft gebracht – 20 Jahre nach dem ersten Auftritt auf europäischer Bühne. Das weckt natürlich Träume.

Union Berlin ist schnellstmöglich im Spiel

Fakt ist: Union hat beim Sieg an der Weser dort weitergemacht, wo man in der Bundesliga aufgehört hatte. Ein Schnellstart ins neue Jahr, weil in Bremen auch ein schneller Start in die Partie gelungen war. „Was man versucht hinzubekommen: Dass man bereit ist und schnellstmöglich im Spiel“, bilanzierte Fischer die ersten 90 Minuten des Jahres. Der Coach ist sich sicher: „Das kann man ein bisschen trainieren. Und eine Führung hilft einem in jeder Beziehung. Das löst auch beim Gegner etwas aus.“

Dieser Schnellstart in ein Spiel ist einer der Gründe, warum Union in seinem zweiten Bundesliga-Jahr derart für Furore sorgt. In Bremen war es das achte Mal, dass Union ein Tor in den ersten 15 Spielminuten erzielte, keiner anderen Mannschaft gelangen mehr Tore in der Anfangsviertelstunde. Und immer gingen die Köpenicker dabei in Führung.

Bei Union Berlin überzeugt Sheraldo Becker

Dass dies in Bremen durch Sheraldo Becker gelang, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn der Niederländer ist so etwas wie der Spätstarter im Kader von Trainer Fischer. Bereits im Sommer 2019 von Ado Den Haag an die Alte Försterei gewechselt, kommt Becker erst jetzt so richtig in Schwung. Sein Tor gegen Werder war der zweite Saisontreffer, zudem hat sich der 25-Jährige auf der rechten Außenbahn festgespielt.

Das hat dem schnellen Flügelspieler (Spitzengeschwindigkeit 35,2 km/h) derart viel Selbstvertrauen gegeben, dass er in Bremen auch als zweite Spitze neben Taiwo Awoniyi, Unions zweitem Torschützen, überzeugt hat. „Für ihn ist es eine eher ungewohnte Position, aber das hat er zusammen mit Taiwo sehr gut gemacht“, urteilte Fischer.

Überhaupt ist der Coach endlich zufrieden mit der Entwicklung des Profis, der in der berühmten Fußballschule von Ajax Amsterdam ausgebildet wurde. „Schon in der gesamten Spielzeit befindet er sich auf dem richtigen Weg“, erklärte Fischer: „Ich glaube, er hatte auch ein bisschen Pech, kleine Verletzungen haben ihn auch immer wieder zurückgeworfen. Auch holländischer Fußball und Bundesliga ist nicht das Gleiche. Er hat versucht, sich anzupassen, bei ihm hat es jetzt ein bisschen länger gedauert. Aber entscheidend ist, dass er nie die Zuversicht verloren hat.“

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