Dass Sebastian Polter den 1. FC Union am Ende dieser Saison verlassen wird, ist seit Mitte Februar bekannt. Eigentlich Zeit genug, um sich auf den Tag X – sprich: das letzte Saisonspiel gegen Fortuna Düsseldorf – vorbereiten zu können.

Doch je näher der Zeitpunkt des Abschieds rückt, desto mulmiger scheint es dem 29 Jahre alten Stürmer zu werden. „Wenn der Tag X kommt, wird es hart“, sagte Polter nun. Sein Vertrag endet zum 30. Juni, ein neues Angebot machten ihm die Köpenicker nicht.

Polter hatte daraufhin fehlende Wertschätzung beklagt und das Ende seiner Union-Zeit angekündigt. „Ich hoffe, dass ich mich vor einem vollem Stadion verabschieden kann und nicht über eine Videoschalte auf Wiedersehen sagen muss“, sagte Polter am Dienstag. Der Senatsbeschluss, Großveranstaltungen bis 24. Oktober zu verbieten, spricht allerdings dagegen.

„Keiner möchte Geisterspiele“

Der Aussicht auf Geisterspiele blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen. „Keiner möchte Geisterspiele haben – kein Spieler, kein Fan“, sagte Polter: „Es gibt Familien, die gehen am Wochenende mit den Kindern ins Stadion, essen eine Bratwurst, der Papa trinkt ein Bierchen. Das gehört alles dazu. Solche Aktionen vermisst die Gesellschaft derzeit.“

Aber „wir müssen uns der Gesellschaft und der Politik fügen. Wir als Fußballer müssen da auch Vorbilder sein.“ Auch angesichts der wirtschaftlichen Folgen eines Saisonabbruchs für die Vereine glaubt Polter, dass die Fans „das auch verstehen, dass wir momentan mit Geisterspielen weiterspielen“.

Wie es für Polter im Sommer weitergeht, ist offen

Seine Zukunft sei noch offen, erzählte er. Konkrete Interessenten nannte Polter nicht, dennoch gebe es immer wieder mal Gespräche mit potenziellen Kandidaten. Beim neuen Arbeitgeber hofft Polter auf das richtige Paket in sportlicher, finanzieller und familiärer Hinsicht. „Ich werde nicht arbeitslos sein“, versicherte der Angreifer.

Dass es mit der Bundesliga womöglich in absehbarer Zeit weitergehen könnte, hat Polter vernommen. „Wenn es wirklich so ist, würde es uns alle freuen. Das entscheiden aber andere Leute und wir haben kein Mitspracherecht“, sagte Polter. „Wir bereiten uns zumindest dafür vor. Wir trainieren aber immer noch in kleinen Gruppen und hoffen, dass die Anzahl der Spieler bald erhöht werden kann.“ Seit dem Wiederbeginn am 6. April habe es bei Union noch keine Einheit mit Zweikämpfen gegeben.

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