Trainingslager

Union mit Kaltstart in Richtung Klassenerhalt

Für die Profis von Bundesliga-Aufsteiger Union geht es in Spanien ordentlich zur Sache. Trainer Fischer weiß, worauf es nun ankommt.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (l.) und Verteidiger Neven Subotic im Kampf um den Ball.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (l.) und Verteidiger Neven Subotic im Kampf um den Ball.

Foto: Ottmar Winter

Orihuela. Die Sonne nimmt den Trainingsplatz gerade erst zur Hälfte mit ihrem Schein in Besitz, da haben die Profis des 1. FC Union bereits die erste schweißtreibende Übung hinter sich. Bloß keine Zeit verlieren – unter dieses Motto kann man das Wintertrainingslager des Bundesliga-Aufsteigers an der spanischen Mittelmeerküste stellen.

Das gilt insgesamt für die neuntägige Vorbereitung in Orihuela nahe Alicante – der Rückrundenstart bei RB Leipzig am 18. Januar ist keine zwei Wochen mehr entfernt – ebenso wie für die erste Einheit, die die Köpenicker dort am Sonntag absolvieren. Erst schnelles und vorzugsweise präzises Passen, dann eine Spielform, in der nicht weniger Tempo verlangt wurde.

Mittendrin das Trainerteam um Chefcoach Urs Fischer. Und der Tonfall belegt, dass der Schweizer für die zweite Hälfte der Premierensaison im Oberhaus vor allem eines verlangt: mehr Qualität.

Gut 150 Fans beim ersten Training von Union Berlin

„Pässe. Mehr Zug!!“ hallt es über den Platz, umrahmt von einer malerischen Gesteinsformation auf der einen Seite und gut 150 Union-Fans auf der anderen. Und während außerhalb des perfekt gepflegten Rasens immer noch beste Neujahrswünsche ausgetauscht werden, dringt die Stimme von Co-Trainer Markus Hoffmann durch das Stimmengewirr.

„Wichtig ist der erste Kontakt. Den Ball unter Mitnahme spielen.“ Und als wieder ein Pass den Mitspieler verfehlt: „Ungenau ist ungenau.“ Der Überraschungseffekt, den Union als Liga-Neuling für sich beanspruchen durfte, ist spätestens mit der Hinrunde Geschichte. Folglich legt Fischer mit seiner Mannschaft diesen Kaltstart in Richtung Klassenerhalt hin.

„So lange war die Pause ja nicht, dass wir konditionell etwas verloren haben“, sagt Marius Bülter. Die Leihgabe vom 1. FC Magdeburg weiß: „Die Zeit ist ja auch knapp. Wenn der Trainer den Schlendrian zulässt, wird es schwer, die Klasse zu halten.“

Union Berlin mit anspruchsvollem Taktiktraining

Christoper Trimmel, Unions Kapitän, bestätigt den Offensivspieler. „Es ist ganz wichtig, dass wir jede Einheit voll fokussiert sind und sehr ernst nehmen. Man kann vielleicht nicht so an der Fitness arbeiten, aber in Sachen Ballarbeit versuchen wir immer, das Maximum rauszuholen“, erklärt der Österreicher.

Entsprechend anspruchsvoll ist das Taktiktraining. Aber, so Trimmel, „mit Ball macht es immer Spaß, egal, was du machst. Und bei diesem Wetter kannst du nur Spaß haben.“ Selbst wenn auch mal etwas danebengeht.

„Kommt, Umschaltspiel“, ruft Fischer, weil es ihm nach einer Balleroberung wieder zu langsam geht. Und als beim Einstudieren von Laufwegen zu viel Platz gelassen wird, wird Fischer richtig laut: „Alles offen hier, alle laufen weg.“ Die Kompaktheit in der Defensive war für Union die Grundlage für die bisher erzielten 20 Punkte. Sie sollte deshalb zu keiner Zeit vernachlässigt werden, nicht einmal im Trainingsspiel, an dem nicht alle Profis haben teilnehmen können.

Hübner und Abdullahi treten bei Union Berlin kürzer

Innenverteidiger Keven Schlotterbeck und Mittelspieler Grischa Prömel legen eine weitere Laufeinheit hin, gefolgt von Stabilitätsübungen; Abwehrspieler Florian Hübner (Fußprobleme und Infekt) und Offensivmann Suleiman Abdullahi (leichte Knieprobleme) sind im Hotel geblieben.

Das Quartett dürfte auch bei den beiden Testspielen am Montag gegen die belgischen Zweitligisten Oud Heverlee Leuven (11 Uhr) und Royale Union Saint-Gilloise (16 Uhr) fehlen.

Alle anderen können sich nicht schonen, wo es doch um die Plätze für die Startelf geht und bei gleich 15 Profis auch um neue Verträge. Selbst im abschließenden Testspiel wird nicht zurückgezogen. Linksverteidiger Christoper Lenz grätscht erbarmungslos den einen oder anderen Angriff weg, Trimmel muss im Zweikampf mit Robert Andrich einen ordentlichen Tritt einstecken. Es geht heiß her in Orihuela, wo die Sonne den Trainingsplatz längst vollständig eingenommen hat.

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