Bundesliga

Polter hat nun seinen Platz in der Union-Historie sicher

Stürmer Polter steht nicht nur mit seinem Siegtreffer im Derby gegen Hertha als Synonym für Unions Premierensaison in der Bundesliga.

Union-Stürmer feiert seinen Siegtreffer im Derby gegen Hertha.

Union-Stürmer feiert seinen Siegtreffer im Derby gegen Hertha.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin. Ein wenig musste er ob der Tatsache schon schmunzeln, dass er beim 1. FC Union als Held des Derbys gegen Hertha BSC jetzt auf eine Stufe mit Torsten Mattuschka gestellt wird. „Ich weiß nicht, ob das so schön ist, auf der selben Stelle mit Tusche zu stehen“, flachst Sebastian Polter. Doch als Siegtorschütze gegen den Lokalrivalen hat der Stürmer nun ebenso wie Unions langjähriger Kapitän seinen festen Platz in der Klubhistorie.

Es war ein Kapitel, das irgendwie auch genau so geschrieben werden musste. Nicht einer der Zugänge entschied das erste Bundesliga-Derby beider Klubs, nicht ein Spieler aus der Startelf – es war der Publikumsliebling, noch dazu von der Bank. Per Elfmeter, was den Grat zwischen Derby-Hero und Derby-Dussel noch schmaler werden lässt.

Doch Polter übernahm Verantwortung, zeigte Nervenstärke und dokumentierte in jener 90. Minute genau das, wofür die Köpenicker in ihrer Premierensaison im Oberhaus stehen: da zu sein, wenn man gebraucht wird, und alles daran zu setzen, um Erfolg zu haben.

Polter ist Identifikationsfigur bei Union

Polter ist mehr als nur ein Spieler der Köpenicker. Er ist Identifikationsfigur des Klubs, so wie es auch Mattuschka gewesen ist. Vielleicht nicht mit der besten Technik ausgestattet, aber mit Leidenschaft und dem Herz am rechten Fleck. Einer der immer auch auf die Menschen zugeht, für einen Plausch oder ein Selfie bereitsteht.

Schon bei seiner Rückkehr zu Union im Januar 2017 wurde er im Trainingslager in Spanien von den Fans fast wie ein Messiahs gefeiert. In jedem Fall befeuerte seine bloße Präsenz im Union-Trikot bei vielen die seinerzeit noch eher vagen Aufstiegshoffnungen.

Ähnlich ist es auch jetzt, wenn Polter vom Warmmachen hinter dem Tor für seine Einwechslung zur Bank gerufen wird. Das Raunen auf den Rängen wird größer, weil die Hoffnung beim Anhang steigt, dass sich ein Spiel doch noch zum Guten wenden könnte. So wie am Sonnabend gegen Hertha.

Polter freut sich für den Verein und die Fans

„Es ist so gekommen, wie ich mir das erhofft habe. Ich habe das entscheidende Tor geschossen“, sagt Polter: „Das ich das im Stadtderby tun konnte, dass wir in Berlin die Nummer eins sind, macht mich natürlich stolz. Aber viel wichtiger ist es für die Mannschaft, den kompletten Verein und die Fans, die mit strahlenden Gesichtern bis zum nächsten Derby ihrer Arbeit nachgehen können.“

Sätze, die ankommen bei den Unionern. Die aber auch nicht verdecken können, dass er mit seiner Situation als Joker nicht zufrieden ist. „Hoffentlich ist er nicht zufrieden, das wäre ja noch schöner“, sagt sein Trainer Urs Fischer dazu und hofft, dass Polter seine Unzufriedenheit weiter ins Trainings kanalisiert. Und in seine Kurzauftritte.

„Polter hat mit seiner Einwechslung neuen Schwung gebracht und beim Elfmeter Verantwortung übernommen“, lobt Fischer. Schon in München traf der Vollblutstürmer gegen Nationaltorwart Manuel Neuer vom Punkt aus. „Entscheidend ist für mich, dass er bereit ist, wenn er gebraucht wird“, so Fischer.

Polters Vertrag läuft am Saisonende aus

Seine Wartezeit auf einen Platz in der Startelf verkürzen die Joker-Tore dennoch nicht. „Ich möchte jedes Spiel spielen“, sagt Polter, „doch bei den Kurzeinsätzen muss meine Leistung stimmen, sonst werde ich nie von Anfang an spielen.“

Zumal nur Startelfeinsätze seine Position verbessern, wenn es um eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages geht. „Ich habe immer gesagt, dass ich für den Verein in dieser Saison sehr, sehr wichtig sein werde. Wie der Verein das dann am Saisonende handhaben will mit mir, muss aber er entscheiden“, so Polter, dessen Absicht, bei Union bleiben zu wollen, kein Geheimnis ist.

Schon deshalb rennt er für das Rückspiel gegen Hertha: „Am liebsten wäre mir, es findet schon morgen statt, damit ich sagen kann, wir haben Hertha zweimal geschlagen.“ Seinen Status als Derbyheld bei Union kann ihm ohnehin niemand mehr nehmen.

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