Kommentar

Muss man sich Sorgen um Union machen? Nein, aber...

Bundesliga-Aufsteiger Union stürzt nach vier Niederlagen in Folge auf den Relegationsplatz. Kein Grund zur Panik, meint Michael Färber.

Union-Verteidiger Christopher Lenz (Mitte) kommt beim Siegtreffer des Wolfsburgers Wout Weghorst (l.) zu spät.

Union-Verteidiger Christopher Lenz (Mitte) kommt beim Siegtreffer des Wolfsburgers Wout Weghorst (l.) zu spät.

Foto: Cathrin Mueller / Bongarts/Getty Images

Das ist schon eine veritable Negativserie, die der 1. FC Union da gerade in der Bundesliga hingelegt hat. Vier Niederlagen in Folge, 2:7 Tore, Relegationsplatz 16 – muss man sich sorgen um die Köpenicker in ihrer Premierensaison machen? Nein! Doch dazu gehört auch ein ganz klares Aber.

Nein deshalb, weil es zu erwarten gewesen ist, dass sich Union überhaupt erst einmal zurechtfinden muss im Oberhaus. Weil auch elf Zugänge erst einmal integriert sein wollen. Und auch weil das Startprogramm mit fünf Europacup-Startern in sieben Partien eine riesige Herausforderung dargestellt hat.

Nein auch deshalb, weil sich die Mannschaft Stück für Stück steigert. Das war auch in Wolfsburg zu erkennen. Union hat dem neuen Tabellenzweiten mit Einsatz, Leidenschaft und Laufbereitschaft die Stirn geboten. War über weite Strecken gleichwertig und hat sich Chancen herausgespielt.

Union muss an der Chancenverwertung arbeiten

Und nein, weil das Vertrauen in Trainer Urs Fischer nach wie vor groß sein sollte. Die Überlegung, in Wolfsburg mit einer Dreierkette in der Abwehr zu spielen und dem Favoriten so mit dessen eigener Taktik das Leben schwer zu machen, zeigt, dass der Schweizer mit seinen Ideen durchaus richtig liegt.

Doch da ist eben dieses Aber, das nicht übersehen werden darf. Wer sich Chancen herausspielt, muss sie auch verwerten, wenigstens eine davon. Wer gut verteidigt, darf dies auch konsequent gern über die vollen 90 Minuten tun. Und wer korrekterweise stets das Positive im eigenen Spiel heraushebt, darf nie jene Dinge weniger beachten, die es noch zu verbessern gilt.

Dass Union unter Trainer Fischer dazu in der Lage ist, wurde im vergangenen Zweitliga-Jahr bewiesen. Damals spielte den Köpenickern auch die Tabellensituation in die Karten. Trotz diverser eigener Punktverluste blieb man immer in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen, weil sich auch die Konkurrenz nicht absetzen konnte.

Die Liga verschafft Union mehr Zeit

Ähnlich verhält es sich jetzt. Während nur zwei Punkte den Spitzenreiter Mönchengladbach vom Siebten Leverkusen trennen, liegen zwischen dem Elften aus Bremen und dem Vorletzten aus Köln auch nur vier Punkte. Mittendrin Union, das durch die Ausgeglichenheit der Liga ein wenig mehr Zeit bekommt, um sich entwickeln zu können.

Gelingt es, diese Zeit – vor allem jetzt in der Länderspielpause – effizient zu nutzen, muss man sich um Union keine Sorgen machen. Ohne Aber.

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