Bundesliga

Union-Trainer Fischer in schwierigster Mission

Union will auf den gezeigten Leistungen aufbauen, muss aber Punkte für den Klassenerhalt sammeln. In Wolfsburg soll das nun gelingen.

Union-Trainer Urs Fischer (Mitte) gibt seinen Spielern beim Training Anweisungen.

Union-Trainer Urs Fischer (Mitte) gibt seinen Spielern beim Training Anweisungen.

Foto: Matthias Koch via www.imago-images.de / imago images/Matthias Koch

Berlin. Die Unterstützung, die der 1. FC Union am Sonntag beim VfL Wolfsburg erhält, wird nicht zu übersehen sein. Gut 6000 Fans des Bundesliga-Aufsteigers werden am Sonntag ab 15.30 Uhr ihr Team anfeuern.

Der Einsatz des eisernen Anhangs dürfte wieder große Beachtung finden. Es wird Lob geben für Union, so wie es in den vergangenen Wochen schon häufig gewesen ist. Für die Atmosphäre in der heimischen Alten Försterei, auch für die kämpferischen Auftritte, die die Mannschaft von Trainer Urs Fischer abgeliefert hat.

Doch was Union wirklich braucht, sind Punkte. Je schneller, desto besser. Denn die Köpenicker befinden sich auf einem Weg, wie er gefährlicher kaum sein kann. Und für Trainer Fischer ist es die schwierigste Mission, seit er im Sommer vergangenen Jahres sein Amt bei Union angetreten hat.

Union vollzieht einen Balanceakt

Der Coach – und damit auch seine Mannschaft – vollzieht seit Wochen einen Balanceakt. Auf der einen Seite gilt es, gute Leistungen auch dann als solche zu begreifen, wenn das Spiel verloren geht. Das war in der Partie gegen Bremen ebenso der Fall wie zuletzt gegen Frankfurt.

Gleichzeitig müssen sich die Köpenicker immer wieder bewusst machen, dass beide Spiele eben mit 1:2 verloren wurden. Bei allem Selbstvertrauen, das Union aus den guten Phasen in jedem Spiel mitnehmen kann und muss, darf nicht vergessen werden: Fußball ist ein Ergebnissport. Und ohne Punkte gibt es auch keinen Klassenerhalt.

„Wir sind ja irgendwo nah dran“, sieht Fischer seine Mannschaft auf dem richtigen Weg. Der Trainer verweist vor allem noch einmal auf das Duell mit Bremen, spricht davon, dass es „wirklich sehr eng“ gewesen ist und von „zwei Punkten, die auf unserem Konto fehlen“. Deshalb sei eine „gewisse Zuversicht“ vorhanden, dass sich Union für ein entsprechende Leistung auch wieder mit Zählbarem belohnen wird.

Es geht um kontinuierliche Entwicklung

Doch die Problematik ist offensichtlich. Setzt es in Wolfsburg die vierte Niederlage in Folge, was gegen den Europa-League-Teilnehmer ein Stück Bundesliga-Normalität wäre, geht es nicht nur mit einem eher schlechten Gefühl in die zweite Länderspielpause der Saison. Die Gefahr, sich die Situation schönzureden, wächst unweigerlich mit jeder Pleite.

Dies weiß natürlich auch Fischer. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Jungs das Spiel miterlebt haben auf dem Feld und ihre Leistung dementsprechend gut einschätzen können“, erklärte der Schweizer: „Es hilft dir sicherlich, wenn du ein gutes Spiel gemacht hast, aber die Punkteausbeute nicht so ist, wie du es eigentlich gern hättest, als wenn du ein schwächeres Spiel hast wie gegen Leverkusen, das du verlierst, und dann musst du wieder reagieren.“

Es gilt, auf dem spielerisch Erreichten aufzubauen statt erst wieder neue Problemfelder schließen zu müssen. Nur so lässt sich die Entwicklung der Mannschaft auf dem Weg zum Ligaverbleib kontinuierlich fortsetzen.

Fischer weiß sein Team zu schulen

Der Trainer selbst ist es, der Anlass zur Hoffnung gibt, dass Union der Balanceakt gelingen wird und sich guten Auftritten auch entsprechende Punkte anschließen. In der Aufstiegssaison brachte Fischer seinem Team bei, mit Rückschlägen umzugehen, seien es Gegentore, vergebene Torchancen oder gar Punktverluste.

Union entwickelte sich so in der Hinrunde zu jener Spitzenmannschaft in Liga zwei, die dann im entscheidenden Moment zur Stelle gewesen ist, als der letzte Aufstiegsplatz vergeben wurde.

Eine Spitzenmannschaft kann der Aufsteiger im Oberhaus natürlich nicht werden. Er muss es auch nicht, wenn Leistungen wie gegen Bremen, Frankfurt oder auch in Augsburg bestätigt werden können. Dinge wie Effektivität vor des Gegners Tor oder konzentrierteres Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft sollten dann die Folge sein.

„Die Mannschaft ist selbstkritisch genug“

„Natürlich musst du weiter daran arbeiten, das zu verbessern, was du noch nicht so gut machst. Was anderes kannst du nicht machen, das ist das einzige“, sagte Fischer.

Zugleich stellte der Schweizer noch einmal die Wichtigkeit des Lobes selbst nach einer Niederlage heraus: „Es ist wichtig, wenn ich es positiv gesehen habe, dass ich das der Mannschaft auch entsprechend mitteile. Die Mannschaft ist selbstkritisch genug, dass sie weiß, wie ich meine Worte wähle, wie ich meine Worte meine. Dass wir schlussendlich keine Punkte geholt haben, steht auch im Raum, natürlich.“

In Wolfsburg bietet sich die Möglichkeit, mehr als nur viel Lob einzufahren.

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