Testspiel

Union schlägt den Chemnitzer FC

Bundesliga-Aufsteiger Union gewinnt das Testspiel gegen den Drittligisten Chemnitzer FC mit 3:1. Kade, Gogia und Abdullahi treffen.

Unions Nicolai Rapp im Duell mit Ex-Unioner und Neu-Chemnitzer Philip Hosiner.

Unions Nicolai Rapp im Duell mit Ex-Unioner und Neu-Chemnitzer Philip Hosiner.

Foto: Matthias Kochvia www.imago-images.de / imago images / Matthias Koch

Berlin. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – so sieht man es auch beim 1. FC Union. Denn bevor die Fußball-Profis des Bundesliga-Aufsteigers drei freie Tage in Form eines langen Wochenendes genießen dürfen, galt es am Donnerstag, erst noch ein Testspiel gegen den Chemnitzer FC hinter sich zu bringen.

Trainer Urs Fischer gab wie erwartet jenen Spielern, die bislang in der Bundesliga kaum oder gar nicht zum Einsatz gekommen sind, die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln. Während der 90 Minuten in Hoyerswerda gelang es jedoch keinem, sich nachhaltig für einen Einsatz in der ersten Elf zu empfehlen.

Vor allem in der ersten Halbzeit fehlten zu oft Tempo in den Aktionen und Genauigkeit beim Anspiel. So gewann Union mit 3:1 (0:0) durch die Tore von Julias Kade (47.), Akaki Gogia (55.) und Suleiman Abdullahi (74.) bei einem Gegentreffer durch den Chemnitzer Rafael Garcia (87.).

Polter kommt kaum zum Zug

„Es ging heute vor allem darum, den Jungs Spielpraxis zu bieten, die in den letzten Wochen nicht so oft zum Zuge kamen. Ein Test gegen einen Drittligisten am Ende einer Trainingswoche halte ich dafür für ideal. Vieles hat mir heute gut gefallen, an anderen Aspekten müssen wir noch arbeiten““, sagte Trainer Urs Fischer.

Der Schweizer ließ mit Jakob Busk im Tor beginnen. Der Däne musste nach 72. Minuten seinen Platz für Leo Oppermann räumen. Der 18-Jährige hatte erst am Mittwoch seinen ersten Profivertrag bei den Köpenickern erhalten. Vor der Viererabwehr mit Julian Ryerson (rechts), Nicolai Rapp und Michael Parensen in der Innenverteidigung sowie Ken Reichel auf der linken Seite agierten Felix Kroos und Kade. Hinter dem einzigen Stürmer Sebastian Polter bildeten Joshua Mees (links), Gogia und Abdullahi (rechts) das offensive Mittelfeld.

Gegen den Drittligisten strahlte Union insgesamt zu wenig Torgefahr aus, weshalb auch Polter kaum zum Zug kam. In der ersten Halbzeit traf er den Pfosten, nach dem Seitenwechsel vergab der Angreifer zwei weitere gute Möglichkeiten (83., 85.). Nicht wirklich viel, wenn man im Kampf um die Stammplätze gegen die Konkurrenten Sebastian Anderson und Anthony Ujah Boden gutmachen will.

Chemnitz mit vielen Ex-Unionern

Für die Köpenicker war es auch ein Spiel gegen die Vergangenheit. Denn mit Blick auf Mannschaft und Trainerstab des Drittliga-Vorletzten finden sich diverse Ex-Unioner. Philipp Hosiner zum Beispiel, im Sommer vergangenen Jahres von Union zu Sturm Graz und nun nach Chemnitz gewechselt.

Oder auch Sreto Ristic, Unions Stürmer in der ersten Zweitliga-Zeit (2001 bis 2004). Bislang Co-Trainer des Drittligisten, übernimmt er zunächst das Training der Mannschaft, nachdem am Mittwochabend Trainer David Bergner und Sportdirektor Thomas Sobotzik (zum 15. September) das Handtuch geworfen haben. Beides sind ebenfalls Ex-Unioner.

Trainer und Sportdirektor werfen in Chemnitz hin

Das Duo Bergner/Sobotzik ist aber auch das bislang letzte Kapitel einer fatalen Entwicklung, die der CFC genommen hat. Chemnitzer Fans hatte Sobotzik Ende August als „Judensau“ beschimpft. Zuvor hatte sich der Klub schon vom seinem Kapitän Daniel Frahn wegen dessen Nähe zu rechtsradikalen Fan-Gruppierungen getrennt.

„Verantwortlich für diese Entwicklung ist die Fanszene, die es unterlassen hat, Thomas Sobotzik, aber auch David Bergner in geeigneter Weise den Rücken zu stärken als es notwendig war. Eine sportlich überaus erfolgreiche Phase der Sanierung geht damit in bedauerlicher Weise zu Ende“, erklärte Klaus Siemon, der Insolvenzverwalter des KLubs.

Dabei schienen sich die Sachsen im Frühjahr nach dem Wiederaufstieg in die Dritte Liga und dem Gewinn des Landespokals auf dem geordneten Weg aus der Krise zu befinden. „Zu dem Zeitpunkt war ich relativ sicher, dass wir die Sanierung geschafft haben. Aber dann entstand ein Führungschaos mit der gesamten Begleitmusik. Ich weiß noch nicht, ob wir uns von diesem Rückschlag erholen werden“, erklärte Siemon im MDR.

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