Bundesliga

Unions Bülter erlebte einen rasanten Aufstieg

Unions Flügelspieler Marius Bülter spielte noch vor knapp einem Jahr in der vierten Liga. Jetzt geht es gegen die Bayern und Dortmund.

Marius Bülter (r.) kommt mit Wucht über die linke Seite.

Marius Bülter (r.) kommt mit Wucht über die linke Seite.

Foto: Bernd Königvia www.imago-images.de / imago images / Bernd König

Windischgarsten.. Über die Erwartungen, die er mit seinem Wechsel zum 1. FC Union verknüpft, muss er nicht lange nachdenken. „Ich will nicht noch einmal absteigen. Das habe ich in der vergangenen Saison mit Magdeburg mitgemacht – ist kein schönes Gefühl“, sagt Marius Bülter.

Der Klassenerhalt – er ist das oberste Ziel, sowohl das des Bundesliga-Aufsteigers als auch des Offensivmannes. Nachvollziehbar, hat Bülter doch erst einen Sprung vollzogen, der nicht jedem Fußball-Profi vergönnt ist. Noch vor gut einem Jahr spielte er in der Regionalliga beim SV Rödinghausen.

Nach einem Jahr Magdeburg in Liga zwei, die er für seine persönliche Entwicklung in die Kategorie „gute Saison“ verortet, warten nun die Bayern, Dortmund und das Derby gegen Hertha BSC. Kneifen ob des rasanten Aufstiegs müsse er sich zwar nicht, „ich habe ja noch kein Bundesliga-Spiel gemacht. Aber hätte mir das jemand vor 13 Monaten gesagt, hätte ich geantwortet: Das wird niemals passieren.“

Bülter belebt Unions linke Seite

Bülter verleiht der linken offensiven Seite bei den Köpenickern mehr Wucht. Das wird in den Tagen des Trainingslagers in Windischgarsten/Österreich deutlich. Offensiv, wie er bereits im ersten Testspiel gegen Bröndby IF (2:1) zeigen durfte.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich direkt schon spiele“ staunte Bülter, „ich bin ja erst einen Tag vorher angekommen.“ An jenem Freitag erlebte er vielleicht jenen Moment, an dem ihm bewusst wurde, welches Terrain er ab sofort betreten würde.

Mit keinem Geringeren als Neven Subotic, Deutscher Meister 2011 und 2012 mit Borussia Dortmund, hatte sich Bülter in einem Kleinbus auf der Rückfahrt von den medizinischen Untersuchungen in der Charité durch den Berliner Feierabendverkehr gequält. „War schon irgendwie komisch“, wollte Bülter sein Staunen gar nicht erst verbergen: „Wenn man sich aber mit Neven unterhalten hat, würde man nicht ahnen, das sehr schon im Champions-League-Finale gestanden hat. War cool, ihn so kennenzulernen.“

Bülter stellte seine Ernährung um

Der gebürtige Ibbenbürer steht nicht in einer Reihe mit jenen Profis, deren Karrieren durch Nachwuchsleistungszentren vorbestimmt werden. Erst vergangenes Jahr hat er sein Maschinenbaustudium abgeschlossen, für den Fall der Fälle, dass es mit dem Profidasein nicht klappen sollte.

Mit 26 Jahren zählt Bülter zu den Spätzündern der Branche. „Irgendwann habe ich meine Leistung reflektiert, was ich verändern kann“, erzählte er: „Ich habe mich mit einem Fitnesscoach zusammengesetzt, auch meine Ernährung umgestellt. Ich habe hart an mir gearbeitet.“ Hart genug, um beim 1. FC Magdeburg genug Aufmerksamkeit zu erregen und 32 Zweitliga-Spiele sowie vier Tore später bei Union andocken zu können.

Vor allem ist Bülter froh, dass die wochenlange Hängepartie vorbei ist. Denn spätestens nach Unions Aufstieg begann der Ablösepoker mit den Magdeburgern. Eine Million Euro hatte der Zweitliga-Absteiger, bei dem Bülter noch bis 2022 Vertrag hat, für ihn aufgerufen. Eine Summe, die Union zu hoch gewesen ist. Nachvollziehbar.

Bülter ist bis Saisonende nur ausgeliehen

Herausgekommen ist ein Leihgeschäft bis Saisonende inklusive einer Kaufoption. „Klar war es nicht das Modell, was ich bevorzugt habe. Aber ich kann mit guten Leistungen die Chance hochhalten, dass ich auch nächstes Jahr weiter bei Union spielen kann“, hofft Bülter: „Ich bin schon gekommen, um länger zu bleiben.“

Dafür hat er bis zur endgültigen Klärung des Leihgeschäfts in Magdeburg alle Trainingseinheiten mitgemacht. „Das hat mich nicht zurückgeworfen“, erzählt Bülter. Im Gegenteil: „So konnte ich mich zwei Wochen fit machen für Union.“ Seinen damaligen Wechsel zu den Elbestädtern nennt er einen „richtigen Schritt“.

Wie fit er tatsächlich ist, kann er in den anstehenden Testspielen am Freitag gegen den SV Ried (18 Uhr, Sport1) sowie am Sonnabend bei Blau-Weiß Linz erneut beweisen. Wenn ihn Trainer Urs Fischer denn lässt.

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