Bundesliga

Unions Flecker nimmt sich Schwarzenegger als Vorbild

Unions neuer Flügelspieler Florian Flecker setzt auf Entschlossenheit. Die braucht er auch, um den harten Konkurrenzkampf zu meistern.

Unions Flügelspieler Florian Flecker (Mitte) und Akaki Gogia (r.) im Duell.

Unions Flügelspieler Florian Flecker (Mitte) und Akaki Gogia (r.) im Duell.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.. An Vorbildern mangelt es ihm nicht. Warum auch, schließlich zeigen die Großen ihrer Branche doch, was möglich sein kann in einer Karriere. Tennis-Gigant Roger Federer zum Beispiel. Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps. Oder auch Schauspieler und Ex-Politiker Arnold Schwarzenegger.

„Er ist Steierer genau wie ich“, sagt Florian Flecker, „und wenn man sieht, wie weit man mit Entschlossenheit kommen kann, gibt das mir den Glauben, dass alles möglich ist.“ Auch dass ein Junge aus Voitsberg in der Steiermark plötzlich in der Fußball-Bundesliga spielt, für den 1. FC Union.

„Ich konnte es eigentlich kaum glauben, dass ich aus Hartberg in die deutsche Hauptstadt wechsle und dann auch noch Bundesliga spiele.“ Ein wenig unwirklich scheint es dem 23 Jahre alten Offensivspieler schon noch vorzukommen, trotz der ersten Übungseinheiten und dem Kurz-Trainingslager in Bad Saarow.

Flecker wäre auch bei Nichtaufstieg zu Union gewechselt

Denn gekommen wäre Flecker auch, wäre Union nicht aufgestiegen. Bauchentscheidung nennt Flecker seine Wahl für die kommende Saison. Wobei sich diese Bauchentscheidung schon ein wenig länger abgezeichnet hatte.

Bereits im Januar hatte Union sein Interesse am Offensivmann bekundet. Ein Wechsel in der Winterpause scheiterte jedoch am Veto des TSV Hartberg. „weil es da noch um den Klassenerhalt ging“, erzählt Flecker. Der Verbleib in der österreichischen Bundesliga wurde geschafft, doch weil Fleckers Vertrag auslief, wer der Weg nach Berlin frei.

Als erster Zugang wurde der 1,73-Meter-Mann von Union noch Ende Mai präsentiert. Als erster durfte sich Flecker auch damit vertraut machen, dass auf ihn ein Konkurrenzkampf zukommt, den er in dieser Form wohl noch nicht erlebt hat.

Vier Spieler kämpfen um einen Platz

Gleich vier Profis bewerben sich um den Platz auf der rechten Außenbahn. Neben Flecker sind dies der niederländische Zugang Sheraldo Becker, Suleiman Abdullahi, der wegen Passproblemen immer noch nicht wieder in Berlin ist, und Akaki Gogia.

„Für mich war von Beginn an klar, dass es ein großer Konkurrenzkampf wird, dem stelle ich mich auch.“ Flecker spricht ruhig, fast ein wenig zu leise für jemanden, der ausgezogen ist, sein Glück nun im Ausland zu suchen. Wohl auch deshalb, weil Flecker früh erfahren hat, dass es in einer Karriere auch schnell mal bergab gehen kann.

Flecker spricht von „einer schweren Zeit“, als er auf den Sommer des vergangenen Jahres zurückblickt. Beim Wolfsberger AC „hatte ich noch einen Vertrag, da wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr gebraucht werde.“ Zu allem Überfluss verstarb dann auch noch sein damaliger Berater völlig unerwartet.

Flecker entschied sich erst mit 14 für den Fußball

Doch „dann hat sich das mit dem Aufsteiger Hartberg aufgetan“, sagt der Offensivmann, der „einfach nur spielen“ wollte, sicher weiterentwickeln. „ Irgendwie beweist es auch, dass nichts ohne Grund passiert und was möglich ist innerhalb eines Jahres.“

Natürlich verfolgte er Unions Aufstiegsspiele gegen den VfB Stuttgart am Fernseher mit. Und als der Traum für die Köpenicker dann tatsächlich Realität geworden war, fühlte sich dieser Moment für Flecker zunächst unwirklich an.

Auch weil er sich erst im Alter von 14 Jahren entschieden hat, die Laufbahn als Fußballprofi einzuschlagen. Bis dahin war er auf den Langlaufskiern unterwegs. „Doch als es dann daran ging, richtig zu trainieren, war für mich schnell klar, den Weg als Fußballer einzuschlagen.“ Seine Begründung ist recht einfach: „Es ging beim Langlauf nur um die Ausdauer, beim Fußball ist der Ball dabei, das macht die Sache schon angenehmer.“

Überzeugen will Flecker Trainer Urs Fischer mit seinem „Willen, in Eins-gegen-Eins-Situationen vorbeizukommen“. Willen und Entschlossenheit als Grundpfeiler für eine erfolgreiche Karriere – das hat auch seine Vorbilder schon ausgezeichnet.

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