Saisonvorbereitung

Union ist auf einem guten Weg

Zweitligist Union zeigt sich zwei Wochen vor dem Saisonstart mit verbessertem Defensivverhalten. Dennoch bleibt ein Problemfeld.

Union-Trainer Urs Fischer (l.) und Co-Trainer Sebastian Bönig haben gut lachen

Union-Trainer Urs Fischer (l.) und Co-Trainer Sebastian Bönig haben gut lachen

Foto: O.Behrendt / imago/Contrast

Berlin.  Langsam aber sicher geht die Vorbereitung auf die neue Saison in der Zweiten Liga in ihre Endphase, so auch beim 1. FC Union, der am 5. August in der Alten Försterei mit einem Ostderby gegen Erzgebirge Aue starten wird. Knapp zwei Wochen bleiben dem neuen Trainer Urs Fischer also noch, um die Köpenicker zu einer schlagkräftigen Einheit zu formen. Das Testspiel am Sonnabend gegen Girondins Bordeaux (1:1) hat gezeigt: Union befindet sich auf dem richtigen Weg.

Fischer war angetreten, um das Defensivverhalten der Mannschaft zu verbessern. Gegen die Franzosen war deutlich zu erkennen, dass die Mannschaft dem Plan des Schweizers folgt. „Bei dem großen Tempo, das Bordeaux dann auch angeschlagen hat, wurde es schon mal schwierig“, gesteht Christopher Trimmel ein, „die Vorgaben haben wir dennoch gut umgesetzt.“

Soll heißen: Aus dem 4-3-3 mit einer Sturmspitze wurde gut in ein 4-4-2 verschoben, um die Räume vor dem eigenen Strafraum zu verkleinern. Dennoch sieht der Österreicher noch einiges an Arbeit vor sich und seinen Teamkollegen. „Man hat in einigen Situationen gesehen, dass wir noch ruhiger am Ball bleiben müssen, um länger in Ballbesitz sein zu können“, so Trimmel.

„Alle haben sich bemüht“

Ruhe am Ball entwickeln – es war eine der ersten Ansagen, die Fischer seinen Spielern mit auf den Weg gegeben hatte. „Es bringt nichts, wenn ihr – schon bevor ihr den Ball erhaltet – im Kopf habt: Uh, was passiert bei Ballverlust“, hatte Fischer zum Trainingsauftakt Ende Juni gesagt. Der Schweizer, kein wirklicher Freund von Einzelkritiken, fasste den vorletzten Test vor dem Zweitliga-Start – am Sonnabend geht es noch zu den Queens Park Rangers nach London – in einem Satz zusammen: „Alle haben sich bemüht.“

Das klingt im ersten Moment nach ausreichend, greift jedoch weiter. Es schließt die Jung-Profis Berkan Taz und Cihan Kahraman mit ein, die in der Schlussphase gegen Bordeaux noch einmal für ordentlich Wirbel gesorgt haben. „Wenn man den Mut hat und den Ball laufen lässt, auch mal ein Eins-gegen-Eins bestreitet, wird der Druck größer“, sagte Fischer.

Die etablierten Offensivkräfte wie Marcel Hartel oder Simon Hedlund dürfen sich dadurch aufgefordert fühlen, ihre technischen Qualitäten noch stärker einzubringen – ohne natürlich in eine Soloshow zu verfallen. Oder wie es Fischer formulierte: „Wenn die erste Ballaktion sauber ist, gibt es auch eine Spielfortsetzung. Ansonsten ist der Gegner sofort da.“

Stürmer Andersson sammelt Pluspunkte

Zufrieden zeigte sich Fischer mit der Entwicklung seines Stürmer Sebastian Andersson, der gegen Bordeaux die Führung für die Berliner erzielte. „Er ist sehr viel unterwegs und ein Spieler, der weiß, wo er hin muss. Ihm fehlen aber auch noch ein paar Wettkampfminuten“, sagte der Union-Trainer.

Im zehntägigen Trainingslager hatte Union für einige Tage extra die Dienste von Fitnessexperte Werner Leuthard in Anspruch genommen, um die muskulären Probleme des schwedischen Stürmers in den Griff zu bekommen. Leuthard arbeitete schon in Basel mit Fischer zusammen, in der Bundesliga zählte er beim FC Bayern, auf Schalke und in Wolfsburg zum Trainerteam von Felix Magath.

Andersson weiß trotz der geringen Konkurrenz, die er derzeit bei Union hat: „Wenn ich schlecht spiele, sitze ich draußen. Da ist es egal, ob ich viel Konkurrenz habe oder nicht.“ Mit der Empfehlung von zwölf Toren für den späteren Zweitliga-Absteiger Kaiserslautern ist er zu Union gewechselt. „Das war ein schweres Jahr und hat niemandem Spaß gemacht.“

Gleich drei Innenverteidiger sind angeschlagen

Eine andere Baustelle dürfte Trainer Fischer jedoch mehr Sorgen bereiten. Denn mit Zugang Florian Hübner, Marc Torrejon und Fabian Schönheim sind derzeit drei Innenverteidiger angeschlagen. Gegen Bordeaux bildeten Marvin Friedrich und Lars Dietz die letzte Verteidigungslinie. Vor allem Dietz war das halbe Jahr ohne Einsatz jedoch anzumerken.