Die erste „Revolte“ haben die Spieler des 1. FC Union gegen Urs Fischer schon gewonnen. Der Trainer hatte zunächst für Mittwoch, 16.30 Uhr eine Übungseinheit im Kurztrainingslager in Bad Saarow angesetzt. Angesichts des letzten deutschen WM-Gruppenspiels verschob er die Einheit auf danach. „Als Trainer ist man da in der Unterzahl gegenüber seinen Spielern“, sagte Fischer grinsend. Zumal es der Schweizer durchaus als förderlich ansieht, den Besten der Welt bei der Arbeit zuzuschauen. Neben dem Unterhaltungsfaktor könne man auch studieren, „wie sich die Spieler auf den jeweiligen Positionen bewegen."

Seit Mittwochmorgen um 10 Uhr weht bei Union ein Fischer-Wind. Schon in der ersten Einheit ließ der Schweizer seine Profis 1:50 Stunden schwitzen. Mit Spielen auf zwei Kleinfeldern ohne Tore, in denen es um Schnelligkeit und Passgenauigkeit ging. Anschließend wechselte er auf dem Trainingsgelände hinter dem Stadion an der Alten Försterei auf das Großfeld, um die ersten Eindrücke im Elf gegen Elf zu sammeln. „Fußballerisch ist das natürlich ein Prozess, das braucht auch seine Zeit. Aber wir haben ja sechs Wochen Vorbereitung“, war Fischer angetan vom ersten Training. „Ich habe ein positives Gefühl. Und das Gefühl täuscht dich nicht. Wie die Menschen hier miteinander umgehen, das gefällt mir, das macht Spaß.“

Akaki Gogia überrascht mit neuer Optik

Die rund 20 Trainingskiebitze erlebten zwei Veränderungen. Zum einen überraschte Mittelfeldspieler Akaki Gogia mit neuer Optik: der Kopf kahl geschoren, dafür einen Vollbart. Zum anderen war das Spielgerät selbst von der ersten Minute an Teil der Übungen. „Wir sind Fußballer, da sollte der Ball schon dabei sein“, erklärte Fischer: „Ich bin ein Trainer, bei dem der Ball im Mittelpunkt steht. Das geht auch bei konditionellen Übungen. Aber sicher wird es auch Übungen geben, wo wir nicht mit dem Ball arbeiten.“

Es ist die Zeit des Kennenlernens auf dem Platz, wobei die Rekonvaleszenten Sebastian Polter (Achillessehnenriss), Fabian Schönheim (Knie-Operation) und Marc Torrejon im Kraftraum arbeiteten. Der Auftakt zeigte, dass Fischer durchaus ein kommunikativer Trainer ist. Nach den ersten Spielformen redete er seinen Spielern ins Gewissen: „Wichtig ist, dass ihr Ruhe entwickelt, wenn ihr Stress habt. Und ihr werdet Stress haben. Aber es bringt nichts, wenn ihr – schon bevor ihr den Ball erhaltet – im Kopf habt: Uh, was passiert bei Ballverlust.“

Mehr über Union:

Eroll Zejnullahu nach Ausleihe zurück bei Union Berlin