Fussball

Hosiner setzt Unions Schlusspunkt

Die Köpenicker gewinnen zum Zweitliga-Finale in Dresden und beenden eine völlig verkorkste Saison noch als Tabellenachter.

Philipp Hosiner (r.) lässt sich von Simon Hedlund und Kristian Pedersen (l.) feiern

Philipp Hosiner (r.) lässt sich von Simon Hedlund und Kristian Pedersen (l.) feiern

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Dresden.  Fußball kann so einfach sein. Das haben die letzten 90 Saisonminuten für den 1. FC Union im Ostderby bei Dynamo Dresden wieder einmal eindrucksvoll bestätigt. Und der geneigte Sympathisant der Köpenicker Kicker wird sich schon fragen, warum es der Mannschaft von Trainer André Hofschneider nicht öfter gelang, mit solch einfachen Spielzügen zum Erfolg zu kommen. Marcel Hartel schlug einen Ball aus dem Mittelfeld hinaus auf die linke Seite zu Kristian Pedersen, der Däne leitete den Ball technisch überragend direkt in den Strafraum weiter, wo Philipp Hosiner in jener 82. Minute endlich untermauern konnte, dass er es doch schafft, den Ball im Tor unterzubringen. Union gewinnt mit 1:0 (0:0) in Dresden durch den zweiten Saisontreffer des Österreichers.

Aue muss nach Pleite in Darmstadt in die Relegation

„Hier in Dresden nach einer verkorksten Saison den Fans einen Derbysieg zu schenken, ist ein versöhnlicher Abschluss. Das wird hängenbleiben“, sagte der Matchwinner. Union beendet eine verschenkte Spielzeit doch noch auf dem achten Tabellenplatz (47 Punkte). Das Saisonziel Aufstieg hatten die Köpenicker in den Wochen zuvor mit teils enttäuschenden Leistungen verspielt. So ging es für Union vor allem darum, den rund 3000 mitgereisten Anhängern unter den 30.785 Zuschauern nach dem erreichten Klassenerhalt vor einer Woche (3:1 gegen Bochum) ein letztes Erfolgserlebnis zu bescheren. Für Dynamo ging es hingegen noch um weit mehr. Die Dresdner zählten zu jenen sechs Mannschaften, die noch um den Ligaverbleib zittern mussten. Dass es bei einem leichten Zittern während des letzten Spieltages blieb, war zum einen der eigenen Leistung, aber auch den Geschehnissen auf den anderen Plätzen zu verdanken. Durch Braunschweigs Debakel in Kiel (2:6) hätte es schon eine Niederlage mit fünf Toren Differenz benötigt, um doch noch auf Relegationsplatz 16 zu rutschen. Mit diesem Rang musste nun Erzgebirge Aue vorlieb nehmen nach dem späten 0:1 (0:0) im Kellerduell bei Darmstadt 98. Die Auer haderten dabei mit dem Schiedsrichter, der ihnen ein reguläres Tor sowie einen Hand- und einen Foulelfmeter verweigerte. Ein Punkt hätte zum Klassenerhalt gereicht und Greuther Fürth (1:1 in Heidenheim) stünde statt Aue in der Relegation.

Dennoch wollten die Dresdner nichts dem Zufall überlassen. Entsprechend engagiert traten sie auch auf gegen eine Union-Mannschaft, die von Coach Hofschneider noch einmal verändert werden musste. Auf das Fehlen von Stürmer Steven Skrzybski (Muskelfaserriss) reagierte er mit Simon Hedlund als einziger Spitze. Dahinter agierte ein Dreier-Mittelfeld mit Kenny Prince Redondo (links), Marcel Hartel und Akaki Gogia (rechts). Hosiner musste erneut zunächst auf der Bank Platz nehmen. Redondo (9.) und Toni Leistner (14.) – Unions Abwehrchef absolvierte in seiner Heimatstadt Dresden sein letztes Spiel für die Berliner – kamen auch zu guten Möglichkeiten.

Dann jedoch besannen sich die Dresdner. Unions Marvin Friedrich konnte gerade noch vor dem einschussbereiten Moussa Koné retten (18.), nach einer halben Stunde wurde ein Schuss von Rico Benatelli im letzten Moment geblockt, dann traf Philip Heise nur die Latte (33.). Kurz vor der Pause vergab Hedlund die Riesenchance zur Union-Führung, der Schwede war nach einem Konter zu eigensinnig (44.).

Nach dem Wechsel drängte Dresden weiter auf die Entscheidung. Koné versprang nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn der Ball in aussichtsreicher Position. Schließlich war Union-Torwart Daniel Mesenhöler gegen Benatelli (58.) und Pascal Testroet (80.) zur Stelle. Dann schlug Hosiner zu.

„Manchmal haben wir nach dem Spiel in der Kabine gesessen und wussten nicht, warum wir verloren haben, heute haben wir körperlich alles investiert und einen glücklichen Sieg eingefahren“, sagte Union-Coach Hofschneider: „Vielleicht kann man die Partie mit dem Hinspiel übereinanderlegen, damals haben wir nicht zu Recht verloren.“ Hofschneider ist damit die Revanche gegen Dresdens Trainer Uwe Neuhaus, seinen ehemaligen Chef zu Union-Zeiten (2007-2014), geglückt, der das Hinspiel Anfang Dezember vorigen Jahres mit 1:0 gewonnen hatte.

Auf die Union-Profis warten nun noch die Freundschaftsspiele bei Hanse Neubrandenburg (16. Mai), SV Tasmania (18. Mai) und Türkiyemspor (20. Mai), ehe es in den Urlaub geht.

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