Wie Brüder standen sich Steven Skrzybski und Marc Schnatterer gegenüber. Die Umarmung der beiden Geburtstagskinder war herzlich, Union-Stürmer Skrzybski wurde am Sonnabend 25 Jahre alt, Heidenheims Kapitän Schnatterer 32. Auch getroffen hatten beide in einem nach der Pause verrückten Spiel, Skrzybski zweimal, Schnatterer einmal. Wirklich freuen konnte sich Unions Profi über beide Treffer jedoch nicht. Weil das 3:4 (0:1) in Heidenheim die tolle Serie des Fußball-Zweitligisten nach sechs Spielen ohne Niederlage (fünf Siege) beendete.

„Bitter, dass wir in unserer Aufholjagd nicht mehr zum Ausgleich gekommen sind. Das war ein völlig verrücktes Spiel mit zwei total verschiedenen Halbzeiten“, sagte Skrzybski. Ein Festival der Fehler, in dem Union verdient als Verlierer vom Platz ging. Zu wenig zeigten die Köpenicker ihre Qualitäten, die aus ihnen einen echten Aufstiegskandidaten werden lassen können.

„Es war unser Plan das Spiel zu machen, wir sind aber aufgrund der vielen Fehler nicht in die Partie gekommen“, bilanzierte Trainer Jens Keller: „Wir ärgern uns, dass wir unsere Leistung nicht abrufen konnten. Das Spiel ist nicht so gelaufen wie wir es uns vorgestellt haben.“

Polter vergibt größte Chance vor der Pause

Mittendrin: Unions Torwart Jakob Busk. Gleich zwei böse Patzer unterliefen dem Dänen. Beim 0:1 zwei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit verkalkulierte sich der Schlussmann bei einem Freistoß von Schnatterer: Busk lief aus seinem Tor, doch Arne Feick kam vor ihm an den Ball (43.).

Es war die verdiente Führung für die Heidenheimer, die mehr Engagement zeigten, mehr Ideen offenbarten und bessere Chancen hatten. Die bis dahin größte hatte jedoch Unions-Torjäger Sebastian Polter vergeben, der einen katastrophalen Fehlpass von John Verhoek erlief, aber an Torwart Kevin Müller scheiterte (6.).

Nach der Pause segelte Busk erneut an einem Schnatterer-Freistoß vorbei. Der Ball flog aus gut 25 Metern ungehindert ins Eck, da Union es nicht für nötig befunden hatte, eine Mauer zu stellen (66.). Es war das 1:3, nachdem Heidenheim durch Verhoek zunächst erhöht (61.) und Union dank Polter verkürzt hatte (63.) – per Foulelfmeter, den man auch nicht unbedingt geben muss.

Skrzybski-Doppelpack reicht nicht

Trotz des erneuten Busk-Patzers war Union nun im Spiel. Keller brachte mit dem erst geschonten Marcel Hartel sowie Philipp Hosiner frische Offensivkräfte für Felix Kroos und Damir Kreilach (67.). Zudem hatte Skrzybski von Beginn an Simon Hedlund ersetzt. Der Schwede fiel kurzfristig aus. „Auf dem Weg zum Flughafen hat er alles vollgebrochen. Dann haben wir ihn direkt zurück geschickt“, sagte Trainer Keller.

Skrzybski war es egal: Erst düpierte er Torwart Müller mit seinem Schuss ins kurze Eck zum 2:3 (72.), schließlich wuchtete er auch noch das 3:4 ins Netz (75.). Pech nur, dass Union sich erst wenige Augenblicke vor diesem Tor einen Fehler mehr erlaubte als der Gegner. Nach Flanke von Marcel Titsch-Rivero hatte sich Marc Torrejon verschätzt und so den Weg frei gemacht für Verhoeks zweiten Treffer (74.).