Zweite Liga

Polter erlöst Union gegen St. Pauli

Union schlägt St. Pauli in der Nachspielzeit dank des Kopfballtores von Stürmer Polter und springt auf den dritten Platz in Liga zwei.

Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) köpft den Ball ins Tor – der Monent der Entscheidung gegen den FC St. Pauli

Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) köpft den Ball ins Tor – der Monent der Entscheidung gegen den FC St. Pauli

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Er wusste es. In dem Moment, wo der Ball seinen Kopf verlassen hatte, „habe ich es direkt gewusst“, sagte Sebastian Polter. Augenblicke später wussten es auch seine Teamkollegen vom 1. FC Union, der Gegner aus Hamburg und die 22.012 Zuschauer in der Alten Försterei.

Der Kopfball des Union-Stürmers in der zweiten Minute der Nachspielzeit besiegelte ein glückliches 1:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli. Einen Sieg, der eigentlich ein Unentschieden werden sollte, und selbst das wäre für die Köpenicker eher noch schmeichelhaft gewesen. Doch wer fragt im Mai nächsten Jahres noch danach, wenn jener Erfolg nur einer von vielen auf dem Weg in die Bundesliga gewesen ist...

Aktuell darf der Heimsieg als Meilenstein für die Berliner betrachtet werden. Weil er das Aufstiegsrennen in einen Vierkampf verwandelte, in dem Union als Tabellendritter ordentlich mitmischt. Mindestens fünf Punkte wird der Vorsprung auf Rang fünf betragen, bevor es in zwei Wochen weitergeht. Allein deshalb „war es wichtig, mit einem Sieg in die Länderspielpause zu gehen“, erklärte Polter.

St. Pauli verwirrt, freien Raum genutzt

Jeder, der auch nur einen kleinen Zweifel daran hatte, ob die Rückkehr Polters zu Union vor knapp einem Jahr richtig war, ist seit Sonnabendnachmittag von diesem befreit. Abgemeldet war der Stürmer, auch weil „es Lasse und Avevor gut gemacht haben“, analysierte Polter. Lasse Sobiech und Christopher Avevor, St. Paulis Innenverteidiger, hatten Unions Torjäger komplett aus dem Spiel genommen.

Doch Polter wäre nicht Polter, wenn er in der entscheidenden Situation nicht ein weiteres Mal dokumentieren würde, wie spielend leicht es sein kann, rund 90 Kilogramm verteilt auf 1,92 Meter Körpergröße in die Luft zu stemmen.

Polter selbst beschrieb die Szene wie folgt: „Ich habe mich ganz anders positioniert, weil wir mit Damir einen weiteren Kopfballspieler vorn hatten. Das hat St. Pauli vielleicht etwas irritiert.“ Damir Kreilach war in der 75. Minute für U21-Nationalspieler Marcel Hartel gekommen. Und als Christopher Trimmel den letzten Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum brachte, „bin ich parallel zur fallenden Abwehrkette gelaufen. Sonst laufe ich immer mit Tempo rein“, so Polter. Plötzlich war der freie Raum da, den Union bis dahin in der Hamburger Defensive so lange vergeblich gesucht hatte.

Erst Strittige Elfmeterszene, dann Freistoß herausgeholt

Es sollte der krönende Abschluss eines Verfolgerduells werden, das durchaus guten Fußball zu bieten hatte, weil beide Teams spielerische Lösungen suchten. Doch während Union immer wieder an der konzentrierten Abwehrarbeit der Gäste scheiterte, stand den Köpenickern vor dem eigenen Tor das nötige Glück zur Seite. Für St. Paulis Stürmer Sami Allagui war der Zweikampf mit Torwart Jakob Busk „ein klarer Elfmeter. Ich lege den Ball im Sprint vorbei, er bringt mich aus der Balance“.

Busk sprach von einer 50:50-Situation, gab aber einen Kontakt zu. Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) bewertete die im Minimum fragwürdige Szene als Schwalbe – Gelb für Allagui (34.). Dafür hielt der Däne sein Team später mit einem Superreflex gegen Ex-Herthaner Allagui im Spiel (60.). Es war die größte Chance der Gäste, die nach der Pause Vorteile hatten. Bis zu jenem Freistoß, den Unions Abwehrchef Toni Leistner in der Nachspielzeit ausgebufft herausholte.