Zweite Liga

Union fehlt immer noch die Souveränität eines Aufsteigers

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Michael Färber
Torwart Jakob Busk (Mitte) nahm die Niederlage in Düsseldorf auf seine Kappe

Torwart Jakob Busk (Mitte) nahm die Niederlage in Düsseldorf auf seine Kappe

Foto: Elmar Kremser/SVEN SIMON / picture alliance / SvenSimon

Zweitligist Union begleitet nach nur zwei von neun möglichen Punkten ein Kopfproblem, das es schon in der vorigen Saison gegeben hat.

Berlin.  Die Frage, ob der letzte Schuss der Düsseldorfer am Sonntag gegen Union haltbar gewesen ist, wollte Jakob Busk gar nicht erst zulassen. „Ich will es nicht schönreden: Das war schlecht von mir. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, so der Torwart des 1. FC Union, der die Niederlage des Berliner Fußball-Zweitligisten auf seine Kappe nahm. Der Fehler des Dänen beim 2:3 ist jedoch nur die Spitze des Eisberges, den Union derzeit vor sich herschiebt. Und zugleich Ausdruck dessen, was Trainer Jens Keller („Bei dem einen oder anderen schaltet sich immer mal wieder der Kopf aus“) bemängelt hatte.

Die Köpenicker plagt ein Kopfproblem. Trotz der guten Phase in Halbzeit zwei gelang es wieder nicht, ein überzeugendes Spiel abzuliefern. „Man muss ehrlich zugeben, dass wir in dieser Saison noch nicht so souverän aufgetreten sind wie in der vergangenen“, sagte Rechtsverteidiger Christopher Trimmel.

Die Selbstverständlichkeit eines Aufstiegskandidaten, die der Union-Kader gerade deshalb haben könnte, weil der Stamm der Mannschaft nach Rang vier in der Vorsaison zusammengeblieben ist, sucht man vergeblich. Die Folge sind nur zwei von neun möglichen Punkten in den letzten drei Spielen und bereits neun Gegentore.

Die Köpenicker müssen aufwachen

Viel schlimmer: Immer wieder stolpern die Profis in jenen Situationen, vor denen der Trainer vorher gewarnt hatte. „Die zweiten Bälle nach Einwürfen hatten wir angesprochen“, so Abwehrchef Toni Leistner: „Um so ärgerlicher ist es, dass wir vor dem 2:2 ein bisschen schläfrig sind.“ In Düsseldorf schaute Simon Hedlund zu, wie Düsseldorfs Takashi Usami die Kopfball-Abwehr Damir Kreilachs zum 2:2 einhämmerte.

„Wir kommen schwer ins Spiel, daran müssen wir etwas ändern. Du kannst nicht immer erst schlafen“, sagte Busk, der heute 23 Jahre alt wird: „Jeder muss Verantwortung übernehmen, den Kopf anschalten und das Tor verteidigen mit allem, was wir haben.“ Dies war bei den Gegentoren zwei und drei nicht der Fall.

Erinnerungen werden wach an die vorige Spielzeit, in der Union genau diese Probleme in den Spitzenpartien offenbarte. Mit dem Unterschied, sich vorher schon mehr als Aufstiegskandidat präsentiert zu haben als bislang.

( fär )