Kommentar

Die Richtung stimmt bei Union

Nie waren Unions Aussichten besser. Daran ändert auch ein verpasster Aufstieg nichts, meint Michael Färber.

Unions Fans sorgen dafür, dass die Alte Försterei im Heimbereich meist ausverkauft ist

Unions Fans sorgen dafür, dass die Alte Försterei im Heimbereich meist ausverkauft ist

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance / Sebastian Gol

Union wird in dieser Saison wohl nicht in die Bundesliga aufsteigen. Das ist enttäuschend – und zwar für genau drei Sekunden. Wer länger der verpassten und ohne Zweifel riesigen Chance nachtrauert, entwertet eine großartige Spielzeit der Köpenicker.

Rekordausbeute (momentan 57 Punkte), beste Platzierung überhaupt (Rang vier, mindestens), über weite Strecken Fußball, der Spaß macht – damit war nicht zu rechnen.

Viel entscheidender ist jedoch: Die vergangenen Monate haben das Bewusstsein an der Alten Försterei geschärft, mehr sein zu können als nur ein Zweitligist, der vor allem sich selbst genügt. Das tut nicht nur Union gut, sondern der gesamten Stadt.

Stadionpläne werden nach der Saison vorgestellt

Die Richtung, die Union eingeschlagen hat, stimmt. Trainer Jens Keller hat dem Team ein sportliches Gesicht gegeben sowie dem Verein und seinen Fans auch jede Selbstverständlichkeit genommen, sich vor allem über ein Scheitern zu definieren. Die Köpenicker sind angesagter denn je, das Stadion ist im Heimbereich meist ausverkauft, die Mitgliederzahl auf über 15.000 geklettert.

Mit dieser Entwicklung einher geht die Vergrößerung der Alten Försterei auf 35.000 Plätze. Die Baupläne werden nach dem Ende dieser Saison vorgestellt. Das Nachwuchsleistungszentrum bekommt im Bruno-Bürgel-Weg eine neue Heimat.

Und die Profis werden an den Erfahrungen dieser Spielzeit wachsen. Unions Aussichten waren nie besser, daran ändert auch ein verpasster Aufstieg nichts.

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