Fussball

Für André Hofschneider beginnt bei Union die Abschiedstour

Vor der Trainer-Ausbildung will der Coach der Köpenicker noch Rang sechs erobern. Am Sonntag geht es gegen einen Mitkonkurrenten.

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Natürlich wird die Umstellung groß werden. Schließlich soll André Hofschneider ab Sommer nicht mehr auf dem Rasen stehen, um als Trainer des 1. FC Union die Profis für die kommende Saison vorzubereiten, sondern er wird die Schulbank drücken. Drei Tage pro Woche in der Sportschule Hennef, wo der 45-Jährige sich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Fußballlehrer ausbilden lassen wird.

„Es wäre jedoch schön, wenn wir uns jetzt wieder auf das besinnen könnten, was wichtig ist. Schließlich haben wir noch fünf Spiele und können unser Saisonziel erreichen“, blendet Hofschneider das Thema Zukunft aus und schielt lieber auf Platz sechs. Statt Hennef steht Heidenheim im Fokus, dessen 1. FC am Sonntag in der Alten Försterei (13.30 Uhr) gastiert.

„Hofi“, wie er bei Union genannt wird, hat offenbar auch Gefallen daran gefunden, nach knapp neun Jahren als Co-Trainer nun hauptverantwortlich an der Seitenlinie zu stehen – und hat durchaus ein besonderes Interesse, die verkorkste Saison noch zu einem positiven Ende zu bringen. Durch die Verpflichtung von Jens Keller zur neuen Saison ist jedoch klar: Hofschneiders Cheftrainer-Karriere bei Union endet am 15. Mai, nach dem letzten Punktspiel gegen den SC Freiburg.

Gegen Heidenheim soll der sechste Heimsieg in Serie her

Ohnehin durfte der Ex-Profi nach der Trennung der Köpenicker von Sacha Lewandowski (Burnout) im März nur mit einer Sondergenehmigung der DFL als Chef fungieren. Eben weil ihm die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Fußballlehrer fehlt.

So kann die Partie gegen Heidenheim als Start seiner Abschiedstournee gelten. Bis ins Frühjahr 2017 wird Hofschneider an seinem Fußballlehrerabschluss bauen und in der Trainingsarbeit fehlen. Und vielleicht auch noch viel länger. Oder für immer.

Hofschneider soll während seiner Trainerausbildung als Scout für Union arbeiten. Und dann? Der neue Trainer Jens Keller bringt im Sommer mit dem Dänen Henrik Pedersen seinen eigenen Co-Trainer mit, zudem wird Sebastian Bönig bleiben.

Für Hofschneider wäre dann kein Platz mehr, es sei denn, Union würde mit drei Co-Trainern arbeiten. Oder der Klub müsste die Personalie Bönig lösen. Denn Hofschneiders Vertrag bei Union ist unbefristet.

Cheftrainer bei einem anderen Verein?

Insofern ist der Umstand, dass Hofschneider ab Juni die Schulbank drückt, für alle Beteiligten durchaus von Vorteil. Union könnte – sollte das Engagement Kellers wieder Erwarten nicht zum Erfolg führen – problemlos auf eine interne Lösung zurückgreifen.

Andererseits könnte Hofschneider womöglich selbst die Zurückhaltung aufgeben und bei einem anderen Klub Verantwortung übernehmen. Union wäre dann von der Aufgabe befreit, ihn immer wieder unterbringen zu müssen, wenn der Cheftrainer wechselt.

Unabhängig davon, ob und in welcher Funktion Hofschneider nach seiner Ausbildung zu Union zurückkehren wird, sieht er die Verpflichtung Kellers als positiv. Es sei für einen Spieler wichtig, „dass der Trainer von Dingen erzählt, die er auch erlebt hat“, sagte der Berliner.

Aus sieben Spielen 13 Punkte geholt

Er weiß, wovon er redet, schließlich hat er als Ex-Profi bei Union, Rostock, München 1860 und Bielefeld und seit 2007 als Assistent dreier Union-Trainer (Uwe Neuhaus, Norbert Düwel, Lewandowski) Erfahrungen sammeln können.

Erfahrungen, die ihn natürlich auch als Cheftrainer für andere Klubs interessant machen, auch wenn Hofschneider zugibt: „Die Intensität der Arbeit in den vergangenen Wochen war schon deutlich höher als in den Jahren als Co-Trainer.“

Und das Ergebnis mit 13 von 21 Punkten durchaus ansehnlich. „Wir haben ganz klar vor, unsere Heimbilanz von fünf auf sechs Siege in Folge zu erweitern“, machte Hofschneider vor der Partie gegen Heidenheim deutlich. Die Sinne sollten geschärft sein.