Zweite Liga

Unions Kroos will nicht nur der Bruder des Weltmeisters sein

Felix Kroos, der Neue vom 1. FC Union, gibt im Freundschaftsspiel gegen Austria Salzburg seinen Einstand an der Alten Försterei

Felix Kroos hofft beim 1. FC Union auf reichlich Spielpraxis

Felix Kroos hofft beim 1. FC Union auf reichlich Spielpraxis

Foto: Daniel Naupold / dpa

Berlin.  Selbstverständlich wird der Neue schon am Sonnabend im Test gegen Austria Salzburg (17 Uhr, Alte Försterei) zu begutachten sein, auch wenn er noch keine Minute mit seinen neuen Teamkollegen trainiert hat. „So ist es geplant“, sagt Felix Kroos. Der 24-Jährige ist der vierte Winter-Zugang des 1. FC Union. Und ein junger Mann mit klaren Vorstellungen.

„Natürlich ist es mein Anspruch, Bundesliga zu spielen. Aber für mich ist jetzt wichtig, überhaupt Fußball zu spielen“, erklärt Kroos. Das war zuletzt nicht mehr der Fall. Am Montag hatte er schließlich beschlossen, „dass es sportlich keinen Sinn mehr macht, in Bremen zu bleiben“, so Kroos, der am Freitagvormittag einen bis zum 30. Juni befristeten Leihvertrag bei den Berlinern unterschrieb und anschließend auch den Medizincheck erfolgreich absolvierte. Der Berliner Fußball-Zweitligist war für den Mittelfeldspieler die „überzeugendste Option. Union ist ein Verein, der für Tradition und Fußball steht.“ Genau richtig also für einen, der zeigen will, dass er beim SV Werder zu Unrecht nur zweite Wahl gewesen ist.

Kroos eröffnet Union-Trainer Lewandowski neue Möglichkeiten

Durch Kroos eröffnen sich Union-Trainer Sascha Lewandowski neue Möglichkeiten. Kroos selbst sieht sich in der „Zentrale, das kann der Sechser sein, aber auch weiter vorn“. Der gebürtige Greifswalder besitzt ähnliche strategische Fähigkeiten wie sein Bruder Toni. Und er übernimmt Verantwortung auf dem Platz, was für Union nur gut sein kann. „Ich fordere gern den Ball, suche auch den Abschluss. Und ich versuche, die Mitspieler in Szene zu setzen, bin aber keiner, der auf dem Platz groß herumbrüllt“, beschreibt der Sportfan (Basketball, Golf, Darts) seine Spielweise: „Ich weiß auch, dass ich keinen Freifahrtschein habe.“

Daran ändert auch der Name nichts. Dass er stets mit Toni Kroos in Verbindung gebracht wird, „kenne ich nicht anders“. Und doch widerstrebt es ihm schon ein wenig, nur als Bruder des Weltmeisters gesehen zu werden: „Natürlich möchte man als eigenständige Person wahrgenommen werden. Zumal ich weniger Spiele gebraucht habe für mein erstes Bundesliga-Tor als er.“

Der Vertrag bei Werder läuft bis 2017

Keine Frage, die zunächst auf die restlichen 15 Saisonspiele angelegte Liaison kann für beide Seiten zu einem Gewinn werden. Vielleicht auch darüber hinaus. „Geplant ist, dass ich im Sommer nach Bremen zurückgehe. Aber eigentlich ist alles offen“, sagt Kroos.