Union gegen BFC

Hooligans stürmen Platz beim Altherrenspiel

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Michael Färber

Foto: ABIX

Erneut gibt es beim Aufeinandertreffen von Union und des BFC Dynamo Ausschreitungen. Und wieder sind es die Anhänger der Köpenicker, die für die Vorfälle in der Hämmerlingstraße verantwortlich sind.

Es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, dass die Regionalliga-Partie des 1. FC Union II gegen den BFC Dynamo (0:1) wegen Ausschreitungen im Stadion an der Alten Försterei unterbrochen werden musste. An jenem Sonntag wurden 175 Personen festgenommen und 112 Polizisten verletzt, insgesamt wurden 64 Strafermittlungsverfahren eingeleitet.

Am Freitagabend kam es nun bei einem Punktspiel der Altherrenteams beider Klubs in der AK 40 Landesliga (7er Kleinfeld) auf der Sportanlage in der Hämmerlingstraße zu den nächsten Vorfällen. Und wieder wurden sie wohl durch Union-Anhänger initiiert.

So sollen sich Ultras des Köpenicker Klubs bemüßigt gefühlt haben, auf Schmährufe von nicht mal einem Dutzend BFC-Fans zu reagieren. Zuvor hatten sowohl Spieler als auch Verantwortliche des Altherrenspiels vergeblich versucht, die von Union-Seite als „Provokationen“ bezeichneten Rufe zu beenden.

Ein Spieler des BFC wurde am Auge verletzt

Laut Meldung der Berliner Polizei stürmten „gegen 21.20 Uhr plötzlich rund 25 bis 30 teilweise vermummte Personen auf den Platz und griffen Spieler und Fans einer der beiden Mannschaften an“. Begünstigt wurden die Ausschreitungen offenbar durch eine zeitgleich stattfindende Veranstaltung in der nahe des Platzes Hämmerlingstraße gelegenen Union-Fankneipe, an der auch viele Union-Ultras teilgenommen hatten. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin die Partie für rund 20 Minuten, ehe sie fortgesetzt wurde und mit 3:1 für den BFC endete.

Ein 40-jähriger Spieler des BFC wurde an Auge, Jochbein und Sprunggelenk verletzt, zwei 39 und 40 Jahre alte BFC-Fans erlitten ebenfalls Verletzungen und ließen sich im Krankenhaus ambulant behandeln. „Die aggressive Gruppe hatte sich bereits vor Eintreffen der alarmierten Polizei wieder entfernt. Die Beamten schrieben eine Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs“, heißt es in der Polizeimitteilung weiter.

Union verurteilte die Vorkommnisse. „Leider haben wir es nicht geschafft, die unangebrachte Provokation in unmittelbarer Nähe zu einer Union-Fankneipe rechtzeitig zu unterbinden und das Spiel störungsfrei durchzuführen. Eine solche Reaktion darauf ist ebenso unschön wie erwartbar. Sie ist aber auch eine Grenzüberschreitung, die im Widerspruch zu den satzungsgemäßen Werten und Regeln des 1. FC Union Berlin steht“, sagte der verantwortliche Mannschaftsleiter Thomas Körner.