Zweite Liga

Und plötzlich hat Unions Trainer Düwel ein Luxusproblem

Im Heimspiel gegen Frankfurt steht der Union-Trainer vor der Frage, ob er erneut auf die erfolgreiche Elf von Aue setzt. Oder ob er seine Mannschaft mit Kapitän Damir Kreilach und Sören Brandy umstellt.

Foto: Lukas Schulze / pa/dpa

Die Frage zur personellen Situation vor der Partie am Sonntag gegen den FSV Frankfurt (13.30 Uhr, Alte Försterei) beantwortete Norbert Düwel mit einem Schmunzeln. „Meine Verletzung ist nicht so gravierend, ich muss ja aber auch nicht spielen“, sagte der Trainer des 1. FC Union: „Vielleicht muss ich beim Torjubel aufpassen und nicht so hoch springen wie in Aue.“ Der Coach des Berliner Fußball-Zweitligisten kann seine Arbeit wegen einer Beinverletzung seit einigen Tagen nur humpelnd verrichten.

Mit Blick auf seine Mannschaft frohlockte Düwel, bis auf den Langzeitverletzten Oliver Oschkenat (Knieprobleme) seien alle Mann an Bord. Das lässt dem Trainer alle Freiheiten, um gegen die Hessen die bestmögliche Formation zu finden.

Zugleich bringt es Düwel auch ein bisschen in die Bredouille. Denn mit Damir Kreilach, dem Kapitän und Matchwinner von Aue (2:1), sowie Stürmer Sören Brandy, der seine Drei-Spiele-Sperre resultierend aus dem 0:1 gegen Fürth abgesessen hat, stehen zwei gestandene Profis wieder Gewehr bei Fuß. Bleibt Düwel dem alten Grundsatz treu, nie eine siegreiche Mannschaft zu ändern? Oder setzt er gegen die auswärtsstarken Frankfurter auf das zuletzt nicht für die Startformation berücksichtigte Duo?

Brandy muss im Training kürzer treten

Im Fall von Brandy wird die Frage sein, ob Düwel auf einen Spieler von der Qualität des Angreifers einfach so verzichten kann, sollten ihn andere Umstände nicht dazu zwingen. Wie kaum ein anderer im Kader der Köpenicker ist der 29-Jährige bekannt für seine oft unorthodoxe Spielweise. Brandy gibt kaum einen Ball verloren und erahnt eine Torsituation, noch bevor sie sich tatsächlich ergibt.

Eine Qualität, die Düwel nur zu gut kennt. Und die er vor allem in der Woche vor Weihnachten, wenn die letzte englische Woche des Jahres mit drei Spielen ansteht, gebrauchen kann. Insofern könnte der Infekt, der Brandy gerade ein wenig kürzer treten lässt, Düwel durchaus in die Karten spielen. „Wenn auch nur ein Hauch von Risiko besteht, werden wir ihn nicht aufstellen“, sagte Düwel. Wohl wissend, wie wertvoll ein Stürmer wie Brandy auch bei dem Vorhaben ist, mit dem fünften Saisonsieg das Polster zur Abstiegsregion zu vergrößern.

Bei Kreilach spricht Düwel von einem „wertvollen Kapitän“, der mit den wichtigen „Tugenden, die wir im Abstiegskampf brauchen, vorangeht und der stets zurückzahlt, wenn er gebraucht wird“. Gerade nach seinem Doppelpack in Aue sollte der 25-jährige Kroate sein Formtief so weit überwunden haben, um neben Benjamin Köhler Unions Defensive gegen die konterstarken Frankfurter mit Übersicht zu organisieren. Ob dies für Kreilach jedoch reicht, um die bis zu seiner Einwechslung schon gut agierende Aue-Formation zu sprengen, muss Düwel bis Sonntag entscheiden.