Zweite Liga

Simon Terodde vermasselt Union den Sieg gegen Bochum

Unions Ex-Stürmer Terodde hat Bochum vor der ersten Niederlage bewahrt. Für die Köpenicker, die durch Sören Brandy zunächst in Führung gegangen waren, war es das dritte Unentschieden der Saison.

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Wieder kein Sieg für den 1. FC Union. Der Köpenicker Fußball-Zweitligist kam auch beim VfL Bochum nicht über ein Unentschieden hinaus. 1:1 (0:0) endete die Partie vor 16.307 Zuschauern in strömendem Regen.

Vor dem Anpfiff ehrte der VfL seinen ehemaligen Spieler Christoph Kramer, der vor sechs Wochen mit der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel in Brasilien gewonnen hatte. Kramer, der von 2011 bis 2013 in Bochum gespielt hatte, erhielt aus den Händen von VfL-Sportdirektor Christian Hochstätter eine Dauerkarte.

„Diese Stadt gibt mir soviel Kraft. Hier bin ich Profi geworden. Ihr seid ganz tief in meinem Herzen“, sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach über das Stadion-Mikrofon zu den Fans. Zudem wurden T-Shirts mit seinem Konterfei sowie seiner Rückennummer 23 verkauft.

Nach zwei Unentschieden zum Auftakt beim Karlsruher SC (0:0) und gegen Fortuna Düsseldorf (1:1) sowie dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Ligakonkurrent 1. FC Heidenheim (1:2) sollte für Union endlich der erste Sieg her. „Um nach außen hin zu dokumentieren, dass wir hier einen guten Job machen und dass wir auf einem guten Weg sind“, wie Norbert Düwel, Unions Trainer, erklärte. Dafür wartete der Coach mit zwei Veränderungen gegenüber dem Düsseldorf-Spiel auf. Für den wegen eines grippalen Infekts fehlenden Stürmer Steven Skrzybski rückte Martin Dausch ins offensive Mittelfeld neben Björn Jopek. Und statt Benjamin Köhler spielte Björn Kopplin auf der linken Mittelfeldseite.

Die ersten Minuten gehörten allerdings den Gastgebern. Beflügelt von den Erfolgserlebnissen der vergangenen Wochen legten die Bochumer forsch los und hatten nach nicht einmal 90 Sekunden gleich die erste Chance. Jan Simunek schoss nur knapp am Tor von Union-Schlussmann Daniel Haas vorbei. Nach fünf Minuten segelte ein Dausch-Freistoß am VfL-Tor vorbei, zwei Minuten später zielte auf der anderen Seite Yusuke Tasaka zu ungenau.

Nach der flotten Anfangsphase schalteten beide Mannschaften jedoch zunächst einen Gang zurück. Bochum blieb optisch ein wenig überlegen, jedoch nicht zwingend genug, um das Tor der Berliner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst die Minuten, in denen Dausch außerhalb des Platz wegen einer Platzwunde am Kopf behandelt wurde, wussten die Bochumer nicht zu nutzen. Union agierte meist konzentriert und ließ dem VfL nur wenig Raum.

Mittendrin: Björn Jopek, der mit feinen Pässen immer wieder versuchte, seine Teamkollegen – vor allem Sören Brandy in vorderster Front – in Szene zu setzen. Nach 28 Minuten hatte der Mittelfeldspieler sogar die große Chance zur Union-Führung, seine Direktabnahme nach Flanke von Fabian Schönheim parierte VfL-Torwart Andreas Luthe jedoch bravourös. Und Simon Terodde? Der Bochumer Stürmer, für den Union nach der vergangenen Saison keine Verwendung mehr hatte, blieb unauffällig. Erst drei Minuten vor der Pause tauchte der Angreifer, gefährlich vor Haas auf. Bei seiner Direktabnahme nach Vorlage von Tasaka tauchte der Union-Keeper jedoch rechtzeitig ins rechte Eck ab.

Es spricht für den Lauf, den der 26-Jährige momentan hat, dass bereits seine zweite gefährliche Aktion zum Torerfolg führte. Nachdem Tasaka nach einem Solo durch die komplette Union-Defensive noch an Haas gescheitert war, reagierte Terodde schnelle als Roberto Puncec und schoss ein. „Das war ein Tor zu einem wichtigen Zeitpunkt“, wusste Terodde. Der Treffer in der 69. Minute egalisierte damit die Führung der Köpenicker. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn war es Brandy, der nach feiner Vorarbeit von Jopek und Schönheim nicht nur zur ersten Führung für Union in dieser Saison einschoss, sondern zugleich auch das erste Stürmertor für die Düwel-Schützlinge erzielte.

Haas-Reflex verhindert Rückstand

Der Ausgleich hatte sich angedeutet, denn die Bochumer waren nach dem Rückstand nur kurz geschockt. So war es allein einem großartigen Reflex von Torwart Haas zu verdanken, dass Simunek nicht schon in der 63. Minute für die Bochumer getroffen hatte. Und der Nachlässigkeit von Marco Terrazzino war es geschuldet, dass Union nicht zwei Minuten nach dem Ausgleich gleich in Rückstand geriet.

Düwel reagierte, brachte mit Köhler für Kopplin (75.) und Torsten Mattuschka (81.) für Dausch zwei frische Offensivkräfte. Irgendwie musste doch der so ersehnte erste Sieg für Düwel als Union-Trainer doch noch machbar sein. Er war es nicht. „Bis zum 1:0 waren wir gut im Spiel, danach haben wir ein wenig nachgelassen. Bochum hat dann aber auch sehr viel Druck gemacht. Natürlich haben wir noch nicht gewonnen, aber wir sind auch noch ungeschlagen“, gab sich Düwel mit dem Punkt zufrieden. Das tat auch sein Gegenüber Peter Neururer, „denn in der vergangenen Saison haben wir noch 0:4 verloren.“