Baris Özbek wirkt aufgeräumt, so wie er da hinter dem neuen Pult im renovierten Medienraum im Stadion an der Alten Försterei steht. Sein Blick geht in Richtung Montagspiel beim VfL Bochum. „Meine Freunde und meine Familie werden im Stadion sein, denen will ich natürlich etwas bieten“, sagt der Mittelfeldspieler des 1. FC Union. So spricht keiner, der noch vor wenigen Monaten auf dem Abstellgleis stand, ja sich sogar einen neuen Verein hatte suchen dürfen. So spricht jemand, der das unbedingte Vertrauen seines Trainers genießt.
Union-Coach Norbert Düwel setzt auf Özbek im Mittelfeld, so sehr, wie es Vorgänger Uwe Neuhaus nicht mehr getan hatte. „Es ist in letzter Zeit viel passiert, aber wir sind Profifußballer“, versucht Özbek, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Das gelingt nur bedingt. Natürlich tauchen jetzt, da er nach rund einem Dreivierteljahr wieder mit den Medien spricht, Fragen auf.
Zum Beispiel, ob er sich in der vergangenen Rückrunde, in der Union die vage Aufstiegshoffnung jäh verspielte, als Sündenbock gefühlt habe. Özbek lacht und zögert mit seiner Antwort, um dann zu sagen: „Ich könnte jetzt darauf antworten, aber ich bin keiner, der sich mit der Vergangenheit aufhält.“ Ein klares Nein klingt anders.
Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft bis 2016
Oder die Frage, ob er nach Bekanntgabe des Trainerwechsels immer noch mit einem Vereinswechsel geliebäugelt habe. „Ich habe noch einen Vertrag über zwei Jahre, da gab es nichts zu überlegen“, sagte Özbek. Wobei sich die Wege mit großer Sicherheit doch getrennt hätten, hätte nicht Düwel die sportliche Leitung übernommen. „Ich wusste, dass es ein Gespräch mit mir geben soll, das wollte ich abwarten“, erklärt Özbek. Ein Gespräch, in dem der Trainer ihm deutlich gemacht hat, dass er „hundert Prozent hinter mir steht. Dieses Vertrauen will ich mit Leistung zurückzahlen, wann immer ich aufgestellt werde“.
Etwas, das nach der mageren Vorstellung bei der Pokalpleite in Heidenheim (1:2) „nicht selbstverständlich ist“, wie Coach Düwel sofort anmerkte. Sein Lachen verriet jedoch, dass sich Unions Nummer 8 wohl keine Sorgen um seinen Platz in der Startelf gegen Bochum zu machen braucht.
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