DFB-Pokal

Union fliegt in der ersten Runde gegen Heidenheim raus

Aus in der ersten Runde: Im Zweitliga-Duell des DFB-Pokals in Heidenheim waren die Köpenicker beim 1:2 zu harmlos. Union wartet weiter auf den ersten Pflichtspiel-Erfolg unter Trainer Düwel.

Foto: Daniel Maurer / dpa

Da hatten zwei dieselbe Idee. Weil es in der Liga unüblich ist, seinen Torwart bei konstanten Leistungen mal einen Nachmittag auf die Bank zu setzen, kam der DFB-Pokal wie gerufen. Schließlich verfügen sowohl der 1.FC Union als auch der 1.FC Heidenheim über Ersatzleute, die eigentlich mehr sind. So schickte Union-Trainer Norbert Düwel diesmal Mohamed Amsif statt Daniel Haas aufs Feld. Bei Heidenheim ersetzte Trainer Frank Schmidt nun Jan Zimmermann durch Rouven Sattelmaier. Beide bekamen kaum Gelegenheit sich auszuzeichnen, was vor allem Amsif am Ende sehr gestört haben dürfte, denn er musste einen Gegentreffer mehr hinnehmen.

Für die Berliner Fußballprofis ist der DFB-Pokal damit nach der ersten Runde schon wieder Geschichte, sie unterlagen im Zweitliga-Duell in Heidenheim 1:2 (0:0). Damit bleiben sich die Köpenicker treu, denn seit 2001 konnten sie im Pokal nur gegen Mannschaften gewinnen, die nicht höher als in der dritten Liga spielten. Vor den 7600 Zuschauern in Heidenheim tat Union lange zu wenig, um in die nächste Runde einzuziehen. Düwel erkannte Heidenheim als verdienten Sieger an: „Wir haben es nicht geschafft, Druck auf das Spiel zu bekommen. Das war unter dem Strich zu wenig.“ Er wartet also weiter auf seinen ersten Sieg als Coach.

Mattuschka von Beginn an auf dem Platz

Dabei hatte er nach den beiden Unentschieden in der Liga eine Veränderung vorgenommen, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Erstmals ließ er den früheren Kapitän Torsten Mattuschka von Beginn an spielen. Benjamin Köhler blieb draußen und Björn Jopek rückte von der Zentrale auf die linke Seite. Einfluss auf das Spiel konnte Mattuschka, der zuvor nur 23 Minuten auf dem Rasen gestanden hatte, aber nicht nehmen. Allgemein fehlte Union der Esprit, nur selten spielten die Berliner mit Schwung.

Heidenheim dagegen wollte im eigenen Stadion die Partie bestimmen, arbeitete stets gut gegen den Ball. So entstand zwar auch kein großer Druck, aber immerhin gelangen ein paar Abschlüsse. Bei den Köpenickern war der Schuss von Baris Özbek, der aus kurzer Distanz Schiedsrichter Björn Hartmann (Wangen) im Gesicht traf, die druckvollste und gefährlichste Aktion der ersten Halbzeit (42.).

Wahrscheinlich wäre es noch eine Weile so antriebslos weitergegangen, hätte der Schiedsrichter nicht entscheidend eingegriffen. Als Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer mit einem Schuss Unions Abwehrchef Toni Leistner traf, zeigte Hartmann auf den Elfmeterpunkt. Dabei hatte Leistner den Arm am Körper angelegt und drehte sich vom Ball weg. Schnatterer nutzte den Strafstoß zur Führung (53.). Für den Aufsteiger ergab sich so eine komfortable Position. Union musste mehr tun, war aber erst einmal gehemmt nach dem Gegentreffer. Fehlpässe und Leerlauf prägten das Berliner Spiel.

Torhüter Amsif zu zögerlich

Düwel hatte zuvor darauf gesetzt, dass die Qualität des gestandenen Zweitligisten aus Köpenick sich beim Liga-Neuling durchsetzen müsse. Davon war jedoch wenig zu sehen. Union wirkte oft kopflos, Torhüter Amsif einmal ganz besonders. Als Mathias Wittek eine lange Flanke schlug, konnte er sich nicht entscheiden, ob er rauslaufen oder doch auf der Linie bleiben sollte. Adriano Grimaldi hatte es da viel zu leicht, den Ball zum 2:0 für die Ostwürtemberger einzuköpfen (69.).

Ein wenig belebte der zuvor eingewechselte Martin Dausch, der erstmals in dieser Saison zum Einsatz kam, dann das Spiel der Berliner. Doch mehr als der Anschlusstreffer durch Abwehrspieler Fabian Schönheim, der aus der Halbdistanz nach einer verunglückten Faustabwehr von Sattelmaier abgezogen hatte, sprang nicht heraus. „Wir sind erst nach meinem Tor aufgewacht. Wir sind verdient rausgeflogen“, erklärte Torschütze Schönheim: „Heidenheim war immer einen Tick schneller als wir.“ Auch das Aufbäumen verpuffte schnell wieder. Von den drei Pflichtspiel-Auftritten der Berliner unter Düwel war die Partie in Heidenheim die schwächste. Einige Personalentscheidungen wird der Trainer daher wohl wieder zurücknehmen.