Kommentar

Krawallmacher im Fußballstadion - 1. FC Union ist gefordert

Das Testspiel des 1. FC Union in Stockholm endete im Chaos. Wenn es selbst der Klub nicht schafft, seinen Anhang in die richtige Bahn zu lenken, wer dann, fragt sich Michael Färber.

Foto: Matthias Koch

Bengalos statt Begeisterung, Jagdszenen statt friedliches Miteinander – was sich in Stockholm abspielte, lässt jeden Fußballfan fassungslos zurück.

Kaum zu glauben, dass noch 25 Jahre nach der Wende einige Idioten derart durchdrehen, wenn sie den Schriftzug des früheren, sportlich inzwischen völlig unbedeutenden Stadtrivalen BFC Dynamo sehen. Und damit ihren Verein nachhaltig beschädigen, ausgerechnet.

Seit Längerem tritt der Köpenicker Klub quasi ja als Vorkämpfer für Fanrechte ein. Bundesweit gilt er als Vorbild für Fangruppen in Sachen Kommunikation mit dem Verein, das Weihnachtssingen lässt viele an die gesellschaftliche Bindungskraft des Fußballs glauben. Doch wenn es selbst Union nicht schafft, seinen Anhang in die richtige Bahn zu lenken, wer dann?

Keine Frage, das Problem der Hooligans ist nicht ausschließlich ein Problem des Fußballs. Es kommt nicht von ungefähr, wenn die Innenministerkonferenz fordert, die Strippenzieher solcher Eskalationen dingfest zu machen, um die Szene befrieden zu können.

Union ist nun aufgefordert, dabei so stark es geht mitzuhelfen. Noch stärker und vor allem nach außen offener als bisher.