Zweite Liga

Union klettert mit 3:0-Sieg gegen Sandhausen auf Platz zwei

Union-Kapitän Mattuschka hat sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk bereitet. Er schoss in der 25. Minute gegen Sandhausen das 1:0. Es folgten noch zwei Tore in der Heim-Partie.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Torsten Mattuschka ist den Jubel und laute Gesänge schon gewohnt. Doch als der Union-Kapitän nach 71 Minuten den Platz beim Stand von 3:0 verließ, stieg der Lärmpegel noch ein bisschen höher als sonst.

Das lag nicht nur an Tabellenplatz zwei, den die Eisernen am Freitagabend mit dem Sieg über den SV Sandhausen erklommen haben, sondern auch am Einsatz von Mattuschka, der seinen 33. Geburtstag feierte.

„Das ist Gänsehaut pur. Das ist etwas ganz Besonderes, wenn das ganze Stadion für einen singt“, freute sich Mattuschka über die vielen Geburtstagsgesänge am Abend.

Ein feines, fast schon prophetisches Gespür bewiesen die 18.756 Zuschauer schon 20 Minuten vor Anpfiff. Lauthals sangen sie nicht nur „Happy Birthday“ für den Kapitän, der seit acht Jahren die Knochen für den Köpenicker Verein hinhält und in der Zeit mit den Eisernen von der viertklassigen Oberliga am schier unglaublichen Aufstieg genommen hat.

Sie stimmten auch den Gassenhauer auf das Urgestein an, das mit der Zeile „hau ihn rein für den Verein“ endet. Die gesungene Hoffnung machte der gebürtige Cottbuser mit einem Tor und einer Vorlage wahr und wurde der Mann der Partie.

Schlenzer ins rechte Toreck

Denn nach 25 Minuten war es der Kapitän, der dem Spiel mit seinem Führungstreffer die entscheidende Richtung gab. Eine schnelle Balleroberung und einen Pass von Benjamin Köhler später war Torsten Mattuschka schon am linken Strafraumeck. Eine kurze Körpertäuschung, und schon schlenzte er den Ball in die rechte Torecke. Fast eine genaue Kopie seines Freistoßtreffers beim 3:0 in Paderborn am vergangenen Wochenende.

Der bedauernswerte Torhüter Manuel Riemann war in der Situation vollkommen machtlos, denn in der Mitte lauerte noch Stürmer Simon Terodde und irritierte den Keeper. Mit der Führung im Rücken spielte Union dann wie eine echte Spitzenmannschaft.

Dabei sah es von Beginn an eher nach der von Trainer und Mannschaft beschworenen Geduldspartie gegen den runderneuerten SV Sandhausen aus. 17 neue Spieler hatte sich der Gast aus der Nähe von Heidelberg vor Saisonbeginn gegönnt.

Union-Coach Uwe Neuhaus warnte seine in den vergangenen Wochen erfolgsverwöhnten Profis deshalb vor der Partie ungewöhnlich eindringlich vor Überheblichkeit und Nachlässigkeit.

Auch nach dem Schlusspfiff zeigte der Trainer keine überschäumende Freude über den Sieg: „Ich habe doch gesagt, dass das kein Selbstläufer wird. Das 1:0 von Mattuschka hat den größten Druck herausgenommen. Denn je länger es 0:0 stand, desto mehr versuchten meine Spieler den riskanten Pass.“

Gäste trauten sich nicht komplett nach vorn

Mit einem starken Pressing verhinderte der Gast einen kontrollierten Spielaufbau der Gastgeber. Stattdessen sahen die Zuschauer ein um das andere Mal verunglückte Pässe im Mittelfeld, die Sandhausen zu schnellen Gegenangriffen einluden. Doch die Gäste trauten sich nicht komplett nach vorn. Zu Recht, wurde doch der erste richtige Angriff nach 25 Minuten gleich mit dem Gegentreffer bestraft.

Über zu wenig Glück konnten sich die Unioner gerade in den ersten 45 Minuten nicht beschweren. Gleich zu Beginn brachte Patrick Kohlmann seinen Keeper in eine brenzlige Situation. Nach dem Rückpass des Verteidigers wurde Daniel Haas von Sandhausens Angreifer Ranisav Jovanovic bedrängt, verlor den Ball und traf beim Nachhaken den Stürmer am Bein.

Schiedsrichter Christian Dietz mochte aber nicht so früh auf Strafstoß entscheiden. Eine Situation, die Gästetrainer Alois Schwartz auch nach Abpfiff noch aufregte: „Das muss Elfmeter geben. Dass sich der 4. Offizielle in der Pause bei uns entschuldigt, hilft uns nicht weiter.“

Sollte sich Sandhausen im zweiten Durchgang etwas vorgenommen haben, so erstickten die Unioner dieses Vorhaben gleich nach wenigen Sekunden im Keim. Einen weiten Flugball von Damir Kreilach brachte Mattuschka per Direktabnahme in den Strafraum. Simon Terodde drückte das Leder unhaltbar über die Linie. Spätestens ab da dominierten die Eisernen die Partie nach Belieben. Sören Brandy erhöhte in der 66. Minute auf 3:0, indem er einen Drehschuss von Terodde ins linke Toreck lenkte, bevor Sandhausens Torhüter zufassen konnte.

„Alter Zausel“ Mattuschka mit Krämpfen

Dann verließ Mattuschka den Platz. Kein Geburtstagsgeschenk, ließ Neuhaus nach der Partie wissen. Und auch der Kapitän gab zu, dass er nicht für den Extra-Applaus frühzeitig aus dem Spiel ging. „Ich habe überall Krämpfe gehabt. Ich bin eben mit 33 schon ein alter Zausel“, sagte er mit einem breiten Grinsen.

Auch ein Grund, warum sie ihn in Köpenick so verehren und ihm noch einen letzten Aufstieg gönnen würden. Den in die Bundesliga.