Das Wort Trotzreaktion möchte Verteidiger Fabian Schönheim vor dem Spiel des 1. FC Union beim SC Paderborn an diesem Sonntag (13.30 Uhr, HIER im Liveticker der Berliner Morgenpost) nicht in den Mund nehmen. Auch wenn der Ärger über die Art und Weise der 0:3-Niederlage am letzten Wochenende beim FSV Frankfurt auch bei ihm noch nicht verraucht ist. „Ich habe die zwei Nächte danach ziemlich schlecht geschlafen“, gab der von Mainz ausgeliehene Abwehrspieler zu.
Ein bisschen muss sich Schönheim wie in einer Wiederholung fühlen. Schon zweimal wurden in dieser Saison bei den Köpenickern die Rufe nach Trotzreaktionen laut. Nach der unerwarteten 0:2-Auswärtsniederlage bei Abstiegskandidat Sandhausen im August und nach dem blamablen Pokal-Aus bei Drittligist Offenbach (0:2) Ende Oktober. „Ich mag das Wort Trotzreaktion einfach nicht. Wir können alles geben, Willen zeigen und dennoch verlieren. Weil halt der Gegner ein Tor mehr geschossen hat.“
Mit dieser Ansicht hat er Trainer Uwe Neuhaus auf seiner Seite, der angesichts der vielen Fehler in Frankfurt personelle Konsequenzen ankündigte: „Im Vergleich zum letzten Spiel wird es sicherlich Veränderungen geben. Die sollen dazu führen, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen will. Wie es ausgeht, ist ein anderes Thema. Aber der Wille soll erkennbar sein.“ Der Trainer weiß um die Unwägbarkeiten in Paderborn, wo er mit Union noch nie gewinnen konnte. Mit Sicherheit zurückkehren werden nach überstandener Verletzung Torhüter Daniel Haas und der wiedergenese Baris Özbek. Auch Kapitän Torsten Mattuschka ist nach seinem Hexenschuss wieder fit.
Saison nicht austrudeln lassen
Selbst wenn Relegationsplatz drei mit acht Punkten in weite Ferne geraten ist, will Union die Saison nicht austrudeln lassen. Neuhaus spricht den finanziellen Wert einer guten Platzierung für die Ausschüttung der Fernsehgelder an. Für Fabian Schönheim steht seine Zukunft bei den Köpenickern auf der Agenda. Der bereits zum Zeitpunkt der Ausleihe fertig verhandelte Zweijahresvertrag ist bei ihm noch genauso wenig unterschrieben wie bei seinem ebenfalls ausgeliehenen Abwehrkollegen Roberto Puncec.
„Wenn es da etwas zu verkünden geben würde, hätte ich es schon gesagt“, so Schönheim. Die Chancen für beide stehen gut, auch wenn die Saison nicht ganz nach den Wünschen des 26-Jährigen verlaufen ist: „Ich habe einen Trainer gesucht, der auf mich baut. Den habe ich hier gefunden. Aber ich bin in einem Alter, wo ich Verantwortung übernehmen kann. Das ist mir mal gelungen, mal nicht. Da kann ich mich noch weiterentwickeln.“





