Es ist vielleicht die beste Nachricht, die der 1. FC Union aus dem völlig verkorksten Wochenende mit Niederlage in Köln (0:2) und 88 festgenommen Fans nach Prügeleien mitnehmen kann: Torsten Mattuschka trainiert wieder.

Bereits am Sonntag war der Kapitän des Berliner Fußball-Zweitligisten beim Waldlauf mit dabei. Am Montagnachmittag absolvierte er ein Einzelprogramm unter Anleitung von Fitnesstrainer Daniel Wolf. Am Dienstag soll er wieder mit der Mannschaft trainieren. Keine Frage, jede Minute, die der 32-Jährige nicht das Bett hüten muss, ist eine gewonnene Minute.

„Natürlich hat mir die Pause geholfen“, sagte Mattuschka zu seinem Ausfall am vergangenen Wochenende. „Ich habe die Erkältung ja schon seit Wochen vor mir hergeschoben, und irgendwann holt sich der Körper die Pause. Da bringt es dann auch nichts, auf Teufel komm raus irgendetwas zu erzwingen. Deshalb haben wir gesagt, ich kuriere das richtig aus und hoffe, dass ich am Freitag gegen Aue wieder spielen kann.“

Niederlage in Köln am Fernseher mitverfolgt

Den mauen Auftritt seiner Mannschaftskameraden hat er daheim verfolgt. „Am Fernseher ist so eine Niederlage vielleicht noch schlimmer“, so Unions Nummer 17. Vor allem wenn man mit ansehen musste, wie seine Vertreter nicht in der Lage waren, dem Spiel der Köpenicker ein wenig Ordnung zu verschaffen.

In Halbzeit eins durfte sich Silvio versuchen. Sein erster Auftritt in diesem Jahr erfüllte die Erwartungen nicht. „Ihm hat man die fehlende Spielpraxis angemerkt“, sagte Trainer Uwe Neuhaus über die Leistung des Brasilianers: „Er hatte zu viele Ballverluste und auch in der Defensive keine gute Ordnung gehabt.“

Die Folge waren zahlreiche Lücken im Mittelfeld, die die Kölner zu nutzen wussten. Zu Silvios Ehrenrettung sei festgehalten, dass er sich gerade erst von einer Verstauchung des rechten Sprunggelenks erholt hat. Die Verletzung hatte sich der 28-Jährige im Januar im Trainingslager in Spanien zugezogen.

Özbek ist körperlich noch nicht fit

Vertreter Nummer zwei war Baris Özbek. Auch der Winterzugang mühte sich nach Kräften, das Resultat war allerdings ähnlich: Union fand nach vorne so gut wie nicht statt. „Er ist körperlich noch nicht bei hundert Prozent. Sonst hätte er von Anfang an gespielt. Dass er noch nicht bei hundert Prozent ist, beinhaltet dann auch, dass er nicht das abrufen kann, was ich von ihm erwarte“, erklärte Neuhaus. Nicht nur der Coach hatte gehofft, dass Özbek, seit vier Wochen bei Union, schon weiter ist. Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Ohne Mattuschka geht es derzeit nicht bei Union.

Befürchtungen, dass nach dem Derby die Luft raus ist bei Union, gibt es im Lager der Rot-Weißen nicht. „Da versuchen wir intern, alles dagegen zu machen. Da sind wir uns alle einig. Auch die Mannschaft habe ich da einbezogen“, sagte Neuhaus.

Gegen Aue endlich mal wieder einen Sieg raushauen

Sein Kapitän versucht sich derweil daran, das Team nach der ersten Niederlage des Jahres wieder aufzubauen. „Jeder redet mal mit jedem, dann muss es irgendwie weiter gehen. Wir haben jetzt zwei schlechte Spiele gemacht, das passiert halt mal“, sagte Mattuschka.

Und er forderte sogleich: „Wir müssen trotzdem an unserem Weg festhalten, uns auf unsere Stärken besinnen und am Freitag gegen Erzgebirge Aue endlich mal wieder einen raushauen. Wir hoffen, dass wir gewinnen. Und dann sieht es schon wieder anders aus.“ Mit einem gesunden Mattuschka steigen die Chancen auf den zweiten Sieg des Jahres um einiges.