Zweite Liga

Unions Nemec bleibt cool und beweist sich endlich

Nun will der Slowake auch gegen seinen Ex-Klub Lautern treffen: Adam Nemec zeigt Union, dass er kein Fehleinkauf war.

Foto: Matthias Koch / dapd

Ein wenig hat er gefeiert. Sogar von „ein oder zwei Bierchen“ war die Rede, die sich Adam Nemec zur Feier des Tages gönnen wollte. Und dann lächelte der Stürmer des 1. FC Union plötzlich. Lange hatte man auf eine solch entspannte Reaktion des Fußballprofis warten müssen, seitdem er im Juli zum Berliner Fußball-Zweitligisten gewechselt war. Nach dem letzten Spiel der Hinrunde schien es so, als ob auch Nemec endlich an der Alten Försterei angekommen ist.

Das 2:1 gegen den VfL Bochum vom Sonnabendnachmittag war wohl die bislang wichtigste Partie für den Slowaken im Union-Trikot. Weil er von Beginn an ran durfte, zum zweiten Mal in Folge und siebten Mal im zwölften Liga-Einsatz für die Köpenicker. „Ich bin immer sehr froh, wenn ich spielen darf. Wir haben 25 Profis im Kader, da kann nun mal nicht jeder spielen“, erklärte Nemec, die Stimme klingt verhalten leise statt laut fordernd. Und weil er getroffen hat. Zum zweiten Mal in dieser Saison. Auch dies kommentiert Nemec eher bescheiden. „Ich freue mich über jedes Tor“, sagte der 27-Jährige.

„Einfach cool bleiben“

Lange hatte Nemec darauf warten müssen. Lange war er schon als Fehleinkauf abgestempelt. Nemec sei zu schwerfällig, vor dem Tor strahle er zudem keine Gefahr aus, hieß es. Nun war Unions Nummer 32 der Garant für vier Punkte in den vergangenen beiden Heimspielen. Beim 2:2 gegen 1860 München war er gedankenschnell zur Stelle, um den Ball zum wichtigen Ausgleich über die Linie zu drücken. Gegen Bochum stellte er mit seinem Treffer zur 2:1-Führung zugleich auch den Schlusspunkt der Hinrunde, mit einem ebenso mustergültigen wie wuchtigen Kopfball. Nicht zu vergessen seine wohl überlegte Flanke auf Simon Terodde zum 2:0 in Duisburg (Endstand 2:1). „Keine Frage, er hat sich deutlich gesteigert“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Solch ein Lob durch den Übungsleiter tut Nemec sichtlich gut. Auch wenn längst noch nicht alles Gold ist, was glänzt, so ist das neue Selbstvertrauen bei ihm spürbar. „Es gibt solche Tage, da schießt man von der Kabine aus ein Tor. Und dann triffst du 15 Spiele lang wieder gar nicht“, erklärte Nemec. Sein Rezept für die Zeiten einer Torflaute. „Einfach cool bleiben, etwas anderes hilft da nicht.“ Wie es scheint, ist der Blondschopf cool genug geblieben.

Platz neben Terodde ist sicher

Seinen Platz als zweiter Stürmer neben Terodde hat er derzeit jedenfalls sicher. Was nicht heißen soll, dass sich Nemec nun auf seinem immer noch spärlichen Lorbeer ausruhen will. So beschreibt er das Zusammenspiel mit Terodde immer noch als „Baustelle, weil ich ja noch nicht so lange bei Union bin“. Immerhin lange genug, um die Einschätzung seines Trainers („Nemec ist robust und durchsetzungsfähig“) zu bestätigen. Gegen Bochum gab es kaum ein Kopfball-Duell, das er nicht gewann. Zudem gab er mit drei Torschüssen so viele ab wie kein anderer Spieler auf dem Platz, gleiches galt für die Torvorlagen.

Auf die nächste Aufgabe freut sich Nemec ganz besonders. Am Freitag (18 Uhr) ist der Bundesliga-Absteiger und derzeitige Tabellendritte 1. FC Kaiserslautern an der Alten Försterei zu Gast. Zweieinhalb Jahre lang, von Sommer 2009 bis Dezember 2011, ging der Stürmer für die Pfälzer auf Torejagd. „Gegen meinen Ex-Verein werde ich hoch motiviert sein“, sagte Nemec. Wenn es für ihn weiter so gut läuft wie in den vergangenen Wochen, dann wird er auch danach wieder etwas zu feiern haben.