Quizfrage für alle Fans des 1. FC Union und solche die es werden wollen. Welches Ereignis fand am 16. März 2012 statt? Richtig, es war der letzte Auswärtssieg der Köpenicker, ein 3:1 in Aachen. 195 Tage ist das inzwischen her. Und es darf weiter gezählt werden.

Dank Fabian Schönheim. Unions Innenverteidiger war es, der einen Erfolg in Aue sieben Minuten vor dem Spielende mit einem Eigentor zunichte machte. 1:1 (1:0) beim FC Erzgebirge – dem Hochgefühl nach dem ersten Saisonsieg gegen den 1. FC Köln am Freitag folgte der nächste Tiefschlag. „Wir waren zu passiv. Und wenn man unten steht, dann kommt der Kopf dazu“, suchte Kapitän Torsten Mattuschka nach einer Erklärung.

Trainer Uwe Neuhaus sah keinen Grund, die Elf umzustellen, die am vergangenen Freitag gegen Köln den ersten Saisonsieg eingefahren hatte. Markus Karl agierte folglich in seinem insgesamt 100. Zweitliga-Spiel als alleiniger defensiver Mittelfeldspieler, Silvio und Simon Terodde bildeten den Angriff. Den Kampf wollten die Berliner annehmen im Erzgebirgsstadion, dabei jedoch nicht zu defensiv agieren. Und endlich wollte man einmal vorlegen und nicht schon wieder einem Rückstand hinterherlaufen.

Teroddes erster Treffer in der Liga

Dies gelang nach nur sieben Minuten. Von links schlug Mattuschka einen seiner berühmten Freistöße direkt vor das Tor der Gastgeber. Torhüter Martin Männel kam bereits heran geflogen, um das Geschoss aus dem Fünfmeterraum zu boxen. Nur einen hatte er dabei übersehen: Simon Terodde. Unions Nummer 11 brachte seinen Kopf noch an den Ball, der daraufhin an Männel vorbei ins Netz flog – 1:0 für Union, durch ein Stürmertor, wohl gemerkt. Wie groß die Erleichterung war, zeigte sich beim anschließenden Jubel. Endlich hat auch Terodde seinen ersten Treffer in der Liga vollbracht, nachdem Sturmpartner Silvio seine Torflaute bereits gegen die Kölner beendet hatte.

Union in Führung, ein völlig neues Gefühl für die Neuhaus-Schützlinge. Eines brachte das Tor jedoch nicht: Sicherheit. Gerade im Defensivverhalten wurde vor 7500 Zuschauern immer wieder deutlich, wie fragil das Union-Gebilde ist. Das Glück der Berliner war, dass die Auer nach zuvor drei Niederlagen in Folge noch unsicherer war. Ex-Unioner Halil Savran köpft aus guter Position weit vorbei (17.), Fabian Schönheim klärt im letzten Moment vor Ronny König (31.), Torwart Haas muss gegen Marc Hensel (15.) und Savran (44.) in höchster Not klären. Union hatte einen Pfostenschuss von Terodde (25.) und einen Abschluss von Björn Jopek (32.) entgegenzusetzen. Ein Leckerbissen war das Duell des Tabellen-17. gegen den 16. dennoch nicht.

Nach dem Wechsel erhöhten die Auer den Druck, doch sie taten sich zunächst weiter schwer, vor das Tor der Gäste zu kommen. Wurde es dann doch gefährlich, war Haas zur Stelle: nach einer Stunde gegen Savran und König und neun Minuten später gegen Thomas Paulus. Union reagierte nur noch, Aue rannte an. Guido Kocer verzog, frei im Strafraum stehend, nur knapp (79.). Dann setzte sich Mike Könnecke auf der rechten Seite durch. Dessen Hereingabe hätte Keeper Hass problemlos gehabt. Wenn Schönheim nicht gewesen wäre.

BMO