Zweite Liga

Union nach Rekordtransfer von Chinedu Ede unter Zugzwang

Der Wechsel von Ede nach Mainz beschert den Köpenickern nicht nur ein finanzielles Polster. Er bedeutet auch eine große Herausforderung.

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Geduld zu haben, ist manchmal gar nicht so leicht. Vor allem, wenn es um einen großen Sprung in der Karriere geht. Da war dieses Angebot vom FSV Mainz 05, einem Klub aus dem Mittelfeld der Bundesliga. Ein Traum für jemanden, der es beim ersten Versuch dort nicht gepackt, in der Zweiten Fußballliga nun aber solchen Eindruck hinterlassen hat, dass sich eine neue Chance auftut. Für Chinedu Ede vom 1. FC Union war die Sache klar, er wollte unbedingt nach Mainz, doch es gab ein paar Komplikationen.

Als sie ausgeräumt waren, sollte alles schnell gehen für Ede – ab nach Mainz, Medizincheck, Unterschrift. Doch aus irgendeinem Grund soll bei diesem Wechsel nichts glatt laufen. Wieder verzögerte sich alles, die Untersuchungen, die eigentlich am Donnerstag abgeschlossen sein sollten, mussten auf zwei Tage ausgedehnt werden. Obwohl der Offensivspieler bei den Mainzern längst in der Transferbilanz eingerechnet war. Mit gut 1,2 Millionen Euro verbucht Mainz die Zahlung an Union, es ist der Rekordtransfer für den Klub aus Köpenick.

Freuen allein geht nicht

Sich lediglich an dem Erlös erfreuen, das kann Union jedoch nicht. Der Wechsel von Ede verschafft nicht nur ein finanzielles Polster, das ein sonst stets mit bescheidenen Mitteln agierender Verein sehr gern entgegennimmt. Er bringt den Klub auch in gewisser Weise in Zugzwang. Momentan stehen nur drei Stürmer im Aufgebot, mit Silvio und Simon Terodde zwei solide (2011/12 je acht Treffer), in Steven Skrzybski (19) aber auch ein sehr unerfahrener, der seine Tauglichkeit erst noch nachweisen muss. Und in Ede wird einer der entscheidenden Männer der vergangenen Saison in der Offensive fehlen. Mit sieben Treffern und neun Torvorlagen war der 25-Jährige, der beim FSV Mainz einen Vierjahresvertrag erhält, der erfolgreichste Spieler des Vereins.

Es ist also kein Wunder, wenn Trainer Uwe Neuhaus dem Spieler auch ein wenig wehmütig hinterher schaut. Weil Ede so flexibel ist, sei es schwer, einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Immerhin steigert der hohe Erlös die Chance, gute Spieler auszusuchen, die für eine Anstellung bei Union in Frage kommen. In erster Linie wird ein starker Mann für den Angriff gesucht. Der soll Neuhaus zufolge so schnell als möglich in Köpenick auftauchen. Ob die ganze Summe aus dem Ede-Verkauf nun dafür aufgewendet wird, darüber will der Klub keine Auskünfte geben.

Im Gespräch war bei Union zuletzt Charles Takyi, der spielte in den vergangenen Jahren beim FC St. Pauli, ist im offensiven Mittelfeld zu Hause, aber auch im Sturm einsetzbar. Takyi, 27 Jahre alt, verfügt über Bundesligaerfahrung (25 Spiele, vier Tore) und kommt in 93 Zweitligapartien auf 16 Tore und 18 Vorlagen. Die Mutter des ghanaischen Nationalspielers lebt in Berlin. Auch Hertha stand in Kontakt zu dem Profi, sollte aber nach den bisherigen Transfers keinen Bedarf mehr haben.

Bislang hat der 1. FC Union vier Zugänge im Aufgebot, in Torhüter Daniel Haas und den Verteidigern Björn Kopplin, Roberto Puncec sowie Fabian Schönheim sind allesamt Verstärkungen für die zuletzt sehr anfällige Defensive. Nun liegt das Augenmerk der Berliner, die am Sonnabend in Finsterwalde gegen den Viertligisten Lübeck spielen (15 Uhr), auf der anderen Seite des Spielfeldes.