1. FC Union

Stadionausbau der Alten Försterei verzögert sich

Eigentlich sollten die Bauarbeiten an Unions Stadion am Mittwoch beginnen. Doch für die neue Haupttribüne fehlen noch Genehmigungen.

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

Die Frage war an Uwe Neuhaus, den Trainer der Profimannschaft des 1. FC Union, gerichtet. Also sprach Dirk Thieme, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der neuen „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG, auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung im vergangenen November folgende Worte: „Geplanter Baubeginn soll am 2. Mai sein, dem Tag nach dem letzten Heimspiel. Besteht da Planungssicherheit?“

Die Frage, sicherlich mit einem Augenzwinkern gestellt, hatte durchaus ihren Hintergrund. Mögliche Relegationsspiele hätten zum damaligen Zeitpunkt der Planung noch in die Quere kommen können. Und wer konnte schon ahnen, dass Union sich im oberen Tabellendrittel festsetzen wird?

Knapp ein halbes Jahr später haben Neuhaus und seine Mannen also die sportliche Voraussetzung geschaffen. Nur Baumaßnahmen wird es heute dennoch nicht geben. Der Grund dafür ist einfach: Die Baugenehmigungen liegen schlichtweg noch nicht vor. Und ohne die dürfen die Abrissarbeiten der derzeitigen Haupttribüne, die in Teilen wieder verwertet werden soll, nicht beginnen.

„Wir haben im Winter den Bauantrag gestellt und rechnen damit, dass wir die Baugenehmigung im Mai erhalten“, ließ Unions Präsident Dirk Zingler inzwischen wissen. Und versuchte sogleich, alle Zweifel aus der Welt zu räumen. „Wir werden definitiv im Sommer anfangen zu bauen“, so Zingler.

Alte Haupttribüne hat ausgedient

Der 1. FC Union darf in der Tat nicht allzu spät mit der Fertigstellung seines Stadions beginnen, schließlich hat der Klub selbst einen straffen Zeitplan präsentiert, damit der Bau in der Saison 2012/13 nicht nur begonnen, sondern auch vollendet werden kann. Spätestens zu Beginn der Spielzeit 2013/14 soll die neue Tribüne eröffnet werden.

Dafür müssten bis Ende Juli dieses Jahres die Tief- und Rohbauarbeiten komplett abgeschlossen sein. Zingler: „Wir wollen bis zum Winter das Dach drauf haben.“

Im Anschluss soll dann im Oktober der Ausbau des neuen Gebäudes beginnen. Ab März kommenden Jahres sieht das Konzept vor, die Außenanlagen (unter anderem ein neuer Parkplatz direkt vor der Tribüne) fertigzustellen.

Der Vip-Bereich soll für den Zeitraum der Bauarbeiten hinter der Gegengeraden seinen Platz finden. Die alte Haupttribüne hat jedenfalls mit dem Abpfiff der denkwürdigen Partie gegen Hansa Rostock (5:4) am vergangenen Sonntag ausgedient.

Sie war im Jahr 2000 im Zuge einiger Modernisierungsmaßnahmen in der Alten Försterei errichtet worden. Unter anderem konnten damit auch die damaligen Auflagen erfüllt werden, die der deutsche Fußball-Bund (DFB) an die Heimspielstätten der Profivereine gestellt hat.

Ein Jahr später, mit Unions erstem Aufstieg in die Zweite Liga 2001, zeigte sich, wie wichtig die Errichtung einer überdachten Haupttribüne gewesen ist. Dass die Schalensitze dabei aus den Restbeständen der Renovierung des Olympiastadions gekommen sind, störte übrigens niemanden.

Nach dem Bau der Stehplatztribünen durch die Union-Fans in der Saison 2008/09 wirkt die alte Tribüne allerdings nur noch wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.