Im Fußball, so heißt es, gleicht sich alles immer mal wieder aus, der Gerechtigkeit sei damit Genüge getan. Doch dann gibt es da jenen Teil von Gerechtigkeit, „den man sich halt erarbeiten muss. Wir haben gedacht, das müssen wir nicht, sondern schaffen es auch so.“ Aus den Worten von Uwe Neuhaus, dem Trainer des 1. FC Union, ist klar herauszuhören, dass der Ärger über das 0:2 in Karlsruhe auch einen Tag nach der Pleite längst noch nicht verraucht ist.

Neuhaus erhöht den Druck

Das Spiel an sich wurde am Montag vor dem Auslaufen der Stammspieler und der knapp zweistündigen Trainingseinheit für die Reservisten in einer halbstündigen Videoanalyse abgehakt. Die Auswirkungen soll jeder in den kommenden Tagen, spätestens jedoch am Gründonnerstag im Spiel gegen Erzgebirge Aue (18 Uhr, Alte Försterei) zu sehen bekommen.

„Die Mannschaft weiß jetzt ganz genau, was ich von ihr erwarte“, sagte Neuhaus. Stellvertretend für die Mannschaft fügte Mittelfeldspieler Markus Karl hinzu: „Jeder weiß, dass das nix war in der ersten Halbzeit. Jeder muss jetzt seine Lehren daraus ziehen und sich hinterfragen.“

Doch die Frage bleibt: Wie kann das Team bis Donnerstag wieder auf Kurs gebracht werden, um die Saison doch noch mit Anstand zu Ende zu spielen? „Wir haben jetzt ein Derby, da ist es automatisch der Fall, dass jeder motiviert ist. Aber das muss immer automatisch der Fall sein, egal gegen wen wir spielen“, forderte der Coach: „Sonst reicht es nicht, denn die Qualität, andere mit 80 oder 90 Prozent Leistung zu besiegen, haben wir nicht.“

Fehlende Konkurrenzsituation

Auch eine in solchen Fällen nützliche Konkurrenzsituation innerhalb des Kaders gibt es an der Alten Försterei nicht. Personelle Änderungen, um dem einen oder anderen Spieler einen Denkzettel zu verpassen, ohne jedoch die Qualität der Elf auf dem Platz allzu sehr zu schwächen, sind folglich kaum möglich. „Die Gefahr ist dann, dass wir gleich nochmal eins aufs Dach bekommen“, erklärte der Trainer: „Dann sind diejenigen die Deppen, die gegen Aue gespielt haben.“

Kapitän Torsten Mattuschka und Innenverteidiger Christian Stuff fehlten am Montag jedenfalls bei der Übungseinheit. Starke Erkältungen zwangen sie zu einem Arztbesuch. Hinter ihrem Einsatz im Ostderby gegen Aue steht schon ein Fragezeichen. Fehlen wird in jedem Fall Silvio. Der Brasilianer brach am Montag seine Rehaeinheit auf dem Platz nach nur wenigen Minuten schon wieder ab. Seine Kapselverletzung im linken Sprunggelenk macht dem Angreifer weiterhin zu schaffen.