1. FC Union

Neuhaus erklärt Glinker zur Nummer eins

Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin will am Sonntag in Leipzig gegen den Viertligisten Hallescher FC die 2. Runde im DFB-Pokal erreichen. Zwei Tage vor der Partie hat Trainer Uwe Neuhaus seine Stammformation gefunden.

Wann immer Uwe Neuhaus über seine Stammelf redete, war der Vergleich zu einem Puzzle nicht fern. Seit Freitag steht jedoch fest, dass die Anfangsformation für das bevorstehende zweite Jahr in der Zweiten Liga und damit auch für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal am Sonntag im Leipziger Zentralstadion gegen den Halleschen FC (17.30 Uhr, Sky live) steht. „Ich denke, dass ich die letzten Teile gefunden habe. Es gibt eine Elf, die hat die Nase vorn“, bestätigte der Trainer der Köpenicker Kicker.

Womit auch ein ganz entscheidende – wenn nicht sogar die entscheidende – Frage geklärt ist. Also lüftete Neuhaus das Geheimnis, dass eigentlich schon keines mehr gewesen ist: „Jan Glinker ist die Nummer eins.“ Marcel Höttecke, der bereits Ende der vergangenen Spielzeit von Borussia Dortmund II verpflichtet wurde, muss sich mit dem ungeliebten Platz auf der Bank zufrieden geben. Eine Entscheidung, die dem Trainer nicht allzu schwer gefallen sein dürfte. Denn die Leistungen in den Testspielen und den Trainingseinheiten in den vergangenen fünf Vorbereitungswochen zusammengenommen, hat Glinker seinen Status als Unions Stammtorwart nicht nur bestätigt, sondern auch noch ausgebaut.

Herausforderer Höttecke jedenfalls hat sein selbst gestecktes Ziel („Ich möchte gegen Halle im Tor stehen.“) verfehlt. Doch Neuhaus wäre nicht Neuhaus, wenn er der neuen Nummer zwei nicht doch ein Hintertürchen offen halten würde. Höttecke müsse sich „damit abfinden, sich im Training immer wieder neu zu empfehlen, damit er vielleicht irgendwann vorbeiziehen kann“, sagte der Coach. Die Absicht dieser Worte liegt auf der Hand: Nichts wäre fataler, als wenn der 1,99-Meter-Mann den Kampf jetzt aufgeben würde. Denn – auch das haben die vergangenen Wochen gezeigt – „die Torhüterleistung ist bei Beiden nicht bei hundert Prozent“. Was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass der Etablierte noch Luft nach oben hat. Neuhaus hatte sich erhofft, dass die beiden Torhüter durch Hötteckes Verpflichtung „ihre Leistungen gegenseitig nach oben treiben“. Eine Maßnahme, die offenbar jedoch nur bei Jan Glinker zum gewünschten Erfolg geführt hat.

Eine Torwart-Rotation zwischen den Wettbewerben schloss Neuhaus aus: „Man kann Pokal und Meisterschaft nicht trennen.“ Sollte sich Höttecke in den kommenden Wochen jedoch aufdrängen und Glinker die von ihm erwartete Leistung bringen, „könnte Höttecke vielleicht in der einen oder anderen Pokalrunde als Belohnung im Tor stehen“, sagte Neuhaus. Das setzt jedoch zunächst einen Sieg morgen gegen Regionalligist Halle voraus.

Mosquera als einzige Spitze

Damit dies gelingt, schickt Union seine derzeit beste Mannschaft ins Rennen. Mit Ahmed Madouni und Daniel Göhlert in der Innenverteidigung sowie Patrick Kohlmann (links) und Jerome Polenz (rechts) auf den Außenpositionen. Neben Macchambes Younga-Mouhani soll Torsten Mattuschka den zweiten Sechser im Team geben, wobei der Kapitän diese defensive Mittelfeldrolle ein wenig offensiver interpretieren soll. Die linke Seite wird Chinedu Ede beackern. Zumindest so lange, bis der Langzeitverletzte Michael Parensen seine Knieprobleme endlich überwunden hat. Edes Pendant auf rechts ist Björn Brunnemann. Hinter den Spitzen ist es an Santi Kolk, das Offensivspiel zu beleben. Und als einzige Sturmspitze im 4-2-3-1-System hat John Jairo Mosquera Karim Benyamina noch den Rang abgelaufen. Jene Formation ließ Neuhaus bereits im Trainingsspiel Elf gegen Elf auflaufen. „Ich glaube nicht, dass wir ein Versteckspiel betreiben müssen“, so der Coach. Das für Freitag angesetzte Geheimtraining fand jedenfalls nicht wie geplant unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein weiterer Beweis dafür, dass Neuhaus sein Puzzle vervollständigt hat.