An der Alten Försterei musste es am Montag schnell gehen. So ist das eben, wenn Trainer Uwe Neuhaus seine Mannschaft zum Sprinttest auffordert. Mit dabei: John Jairo Mosquera. Wobei sich der Stürmer des 1. FC Union bald bei der Gruppe einfand, die mit dem Ball trainierte. Seinen Teamkollegen Michael Parensen suchte man vergebens. Der Mittelfeldspieler absolvierte im Fitnessstudio sein ganz persönliches Aufbauprogramm. Mosquera und Parensen – sie sind die beiden Sorgenkinder der vergangenen Tage beim Berliner Fußball-Zweitligisten. Doch während Mosquera am Montagvormittag erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren konnte, kommt Parensen einfach nicht in Schwung.

„Vergangene Woche musste ich noch eine Schiene tragen“, erzählt Mosquera. Einer Einblutung in der rechten Wade wegen hatte er pausieren müssen, die Muskulatur sollte ruhig gestellt werden. „Jetzt kann ich aber wieder voll angreifen“, sagt Mosquera. Im vergangenen Sommer war der Kolumbianer von Werder Bremen ausgeliehen worden, bis nächsten Sommer läuft sein Vertrag bei Union. Mosquera muss sich empfehlen, für ein Bleiben bei den Köpenickern oder für eine Rückkehr zum norddeutschen Bundesligisten, an den er bis 2012 gebunden ist. Entsprechend gelöst ist auch Trainer Neuhaus: „Mosquera kann alles wieder voll mitmachen.“ Was nicht heißt, dass ihm nach einigen Tagen Pause nicht doch noch der eine oder andere Ball verspringt.

Für Neuhaus eine „feste Größe“

Michael Parensen wäre schon froh, überhaupt wieder mal schmerzfrei laufen zu können. Seit viereinhalb Monaten kämpft er um seine Rückkehr, doch nach seinem Teilanriss des Innenbandes sowie der Meniskusverletzung – beides ist längst auskuriert – spielt sein linkes Knie immer noch nicht mit. Vor zweieinhalb Wochen musste Parensen nochmals zur Arthroskopie. Doch die Freude über die Entwarnung, dass sich die Befürchtung eines bleibenden Schadens nur als Schleimbeutelentzündung herausstellte, ist verflogen. „Mit seiner Entwicklung bin ich gar nicht zufrieden“, sagt Neuhaus. Er blickt zu Boden, verzieht die Mundwinkel: „Alles verläuft sehr schleppend.“

Nun hat Parensen anders als Mosquera nicht den Druck eines endenden Vertrages im Nacken. Der Mittelfeldmann hat bei Union noch einen Vertrag bis 2013. Doch in den Gedankenspielen seines Coaches in Richtung Stammelf ist Parensen „eine ganz feste Größe“. Nur wenigen Spielern wird ein solches Lob vom Trainer zuteil. Derzeit hat Neuhaus jedoch viel mehr damit zu tun, sich um die Psyche seines Spielers zu kümmern. Er beschreibt Parensens Zustand von „himmelhochjauchzend bei jedem kleinen Fortschritt bis völlig niedergeschlagen“, wenn es wieder einen Rückschlag gegeben hat.

Wie unzufrieden Neuhaus über die Entwicklung ist, verrät er mit einem Blick zurück, zum Ende des Monats März. „Als sich Parensen im Aachen-Spiel verletzt hatte, haben wir gedacht: Wenigstens passiert das jetzt, dann haben wir zum Start der neuen Saison wieder einen fitten Spieler.“ Die Zweitliga-Spielzeit beginnt für Union in 17 Tagen bei Alemannia Aachen. Schon jetzt ist klar: Michael Parensen wird nicht dabei sein.