Felix Magath (55) wähnte sich zunächst am falschen Ort. "Ich habe das Stadion nicht mehr wiedererkannt", staunte der Trainer des FC Schalke. Fünf Jahre ist es her, dass Magath als damals neuer Coach von Bayern München im Juli 2004 an der alten Alten Försterei vorgespielt hat. "Seitdem ist unheimlich viel passiert."
Beim 1. FC Union, dessen Fans das Stadion in ein "echtes Schmuckkästchen", so Magath, verwandelt haben. Und auch bei ihm selbst. Vom FC Bayern Ende Januar 2007 gefeuert, machte der Fußballtrainer mit dem VfL Wolfsburg in der vergangenen Saison sein Meisterstück. Nun gibt er beim Freundschaftsspiel in Köpenick am 25. Juli seine königsblaue Visitenkarte ab (15.30 Uhr).
Das Gastspiel des Bundesligisten in der Wuhlheide ist auf Initiative des Schalker Hauptsponsors Gazprom zustande gekommen. Im Rahmen der Aktion "Gib Gas gegen Gewalt" engagiert sich der Gas-Konzern gegen Gewalt im Fußball. "Wir waren schon in Dresden, Magdeburg und Aachen und wollen nun auch bei Union mithelfen, nachhaltige Strukturen der Fan-Arbeit aufzubauen", erklärte Burkhard Woelki, der Leiter Unternehmenskommunikation von Gazprom Germania, dessen Zentrale ihren Sitz in Berlin hat.
"Schon deshalb freut es uns, dass wir in Berlin spielen können", sagte Woelki. Auch wenn bislang erst 8000 Karten verkauft sind, rechnet man bei Union mit einem mit 19.000 Zuschauern ausverkauften Haus. Und erhofft sich eine Einnahme von gut 200.000 Euro brutto. "Die Summe soll hauptsächlich dem neuen Fan-Haus des 1. FC Union zugute kommen", sagte Gazprom-Sprecher Woelki. Noch im Sommer soll neben der Geschäftsstelle, die im alten Forsthaus an der Straße an der Wuhlheide beheimatet ist, der neue Bau entstehen.
Rund 20 Prozent der Einnahmen gehen zudem an den Berliner Fußball-Verband (BFV). "Damit können wir unsere 'Aktion Gastfreundschaft' wieder beleben. Das ist ein weiterer Schritt, der uns helfen wird, die Gewalt auf den Fußballplätzen Berlins weiter einzudämmen", freut sich BFV-Präsident Bernd Schultz. Auch Felix Magath lobte "die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Fans und dem Verein".
Da Union eine Mannschaft sei, "die uns richtig fordern wird", kündigte Magath bereits an, mit Schalke in Bestbesetzung aufzutreten. Unions Coach Uwe Neuhaus erwartet einen packenden Fight. "Ich hoffe, dass wir die Ansprüche von Felix erfüllen können", sagte er mit einem Augenzwinkern: "Gegen Hertha BSC hat man schon gesehen, dass wir streckenweise durchaus mithalten können. Auch dank unserer Fans, die zeigen, dass Gewalt in unserem Stadion kein Thema ist." Spätestens am 25. Juli, in der "tollen Atmosphäre" (Magath) in der neuen Alten Försterei, wird dann auch Magath das Stadion des 1. FC Union wieder erkennen.
Zudem wurde am Dienstag das Kapitel Nico Patschinski (32) beim 1. FC Union beendet. Der Vertrag wurde in beiderseitigem Vernehmen aufgelöst. Als Abfindung dürften geschätzte 130.000 Euro geflossen sein. Bei Erfüllung des Kontraktes bis Juni 2010 hätten Patschinski rund 300.000 Euro zugestanden. Union hatte Patschinski am 4. März wegen angeblich Vereinsschädigendem Verhalten fristlos gekündigt. Präsident Zingler sagte: "Wir sind froh, dass das Kapitel beendet ist und wünschen Nico auf seinem weiteren Weg alles Gute."





